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Von der Bürgerjury zum Kiezrat

Bürgerbeteiligung ist ein schönes Wort, doch in der Praxis gar nicht so einfach. Ob es um allgemeine politische Mitbestimmung geht oder um konkrete Verbesserungen des Umfelds – Bürgerbeteiligung im eigenen Stadtviertel ist mit Arbeit verbunden. Treffen wollen organisiert, Ideen formuliert und auch Konflikte ausgehandelt werden, das meiste davon natürlich ehrenamtlich. Deshalb ist es begrüßenswert, dass im Sprengelkiez seit 2003 der Kiezrat aktiv ist. Und wer gerne mitmachen will oder einfach mal zuhören möchte, wenn dieses Gremium sich berät, hat dazu am Mittwoch abend um 18.30 im QM-Büro Gelegenheit.
Die Vorgeschichte
In den Jahren 2001 und 2002 gab es im Sprengelkiez eine Bürgerjury, die die Vergabe von 500.000 Euro aus dem sogenannten Quartiersfonds an Projekte des Kiezes steuerte. Etwa 60 Anwohnerinnen und Anwohner beteiligten sich daran mit ihren Erfahrungen und ihrem fachlichem Wissen. (Mehr zu diesem Verfahren und den Projekten unter: http://www.quartiersmanagement-berlin.de/Quartiersraete-in-Berlin.3498.0.html.)
Diese Jury wurde nach der Vergabe der Gelder aufgelöst. Um aber die gewonnenen Erfahrungen und Kontakte nicht versanden zu lassen, empfahlen die VertreterInnen des Quartiersmanagements Sparrplatz eine Arbeitsgemeinschaft zu gründen, die sich weiterhin mit den Problemen des Kiezes beschäftigt. Diese nannte sich fortan Kiezrat.
Die Aufgaben
Auf etwa einmal im Monat stattfindenen Sitzungen treffen sich jeweils etwa zehn bis fünfzehn Einzelpersonen und VertreterInnen von Kiezeinrichtungen. Man hat sich zum Ziel gesetzt, die sozialen, kulturellen, ökonomischen und ökologischen Bedingungen im Kiez zu verbessern. Integration, Vernetzung und Mitbestimmung sind dem Kiezrat dabei besonders wichtig. Konkret will man die drängendsten Probleme des Kiezes identifizieren, neue Mitglieder werben, Informations- und Diskussionsveranstaltungen veranstalten und auch sonst Öffentlichkeitsarbeit machen und Erfahrungen mit anderen Kiezaktiven im Bezirk Mitte austauschen. Derzeit wird sondiert, wie Bürgerbeteiligung im Bezirk konkret aussehen und in Zukunft noch mehr etabliert werden könnte.
AG "Kiez-Erneuerung von unten"
Neuerdings wurde eine Arbeitsgruppe "Kiez-Erneuerung von unten" gegründet, die den Sprengelkiez wirtschaftlich und kulturell beleben möchte. Derzeit denkt man über hier über interessante Projekte nach: zu einer "Flaniermeile" z.B. könnte die Sprengelstraße durch Kulturaktionen und neue Nutzungen von leerstehenden Geschäften aufgewertet werden ? oder ein "Nachtmarkt" im TFH-Parkhaus könnte neue Besucher in das Viertel locken. Hierzu möchten die Aktiven Kontakte knüpfen und sich nach den Rahmenbedingungen für solche Pläne erkundigen. Nun bleibt zu wünschen, dass es nicht nur bei Visionen bleibt, sondern dass auch Taten folgen.
Unter der Trägerschaft des Vereins "Aktiv im Kiez" arbeitet der Kiezrat seit 2003 unterstützt durch Fördermittel aus dem Programm "Soziale Stadt". Das nächste Treffen findet am Mittwoch, den 27.10. 2004 im Quartiersmanagementbüro in der Burgsdorfstraße 13 a statt. Schauen Sie doch auch mal vorbei!
Die nächsten Termine und auch die Protokolle der zurückliegenden Treffen machen wir wie immer auf unserer Webseite bekannt.
Projektträger: Nachbarschaftsladen "Aktiv im Kiez"
Kontakt: Wolfgang Krüger, Kraft Wetzel
Sprengelstr. 15, 13353 Berlin
Telefon: (030) 45 97 73 08





