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Dienstag, 30.04.2013

Über'n Tellerrand: Kiezmentorin war in China

Auf der Großen Mauer
Und immer mit dabei: Der Sprengelkiez-Beutel. Foto: Privat

Einen Monat lang ließ ich die Arbeit als Kiezmentorin ruhen und war im fernen China unterwegs. Als Teil einer 13-köpfigen Delegation von Berlinern, Tschechen und Österreichern zum Zwecke des Kulturaustauschs bereisten wir die ostchinesische Provinz Henan und sammelten viele unvergessliche Eindrücke in einem Land voller Widersprüche.

Von Stadt zu Stadt unterwegs, trafen wir zahlreiche lokale Schriftsteller, Filmemacher, Funktionäre und Geschäftsleute. Jeden Tag ging es zu Sehenswürdigkeiten wie Kaisergräbern, Tempeln oder Grotten mit tausenden buddhistischen Skulpturen. Vor 700 begeisterten Studenten hielten wir Vorträge und genossen bei zahlreichen Banketten die vielfältige und fantastische Küche Henans.

Die Provinz Henan

Longmen-Grotten
Die Longmen-Grotten beherbergen über 5000 große und kleine Buddha-Statuen. Foto: A. Wispler

Die bevölkerungsreiche und von der Landwirtschaft geprägte Provinz hat mehr Einwohner als Deutschland. Für China eher mittelmäßige Großstädte wie Zhengzhou, Luoyang oder Nanyang kommen auf 8 bis 10 Millionen Einwohner. Trotzdem sieht man hier kaum je eine „Langnase“, wie Europäer genannt werden. Überall wurden wir deshalb bestaunt, fotografiert und auch von Fernsehteams gefilmt. Die Menschen waren immer gastfreundlich, herzlich und neugierig - und vor allem sehr stolz auf ihre Jahrtausende alte Kultur, die hier am Gelben Fluss zu ihrer ersten Blüte gelangte.

Land der Widersprüche

Im wahrsten Sinne atemberaubend waren für uns die überall sichtbaren Umweltprobleme. Ein Mix aus natürlichem Dunst, Autoabgasen und dem Rauch aus Kohlekraftwerken und den vielen Kohleöfen ließ kaum die Sonne durch. Neben sauberen und solarbetriebenen Musterkommunen besuchten wir Städte, in denen aller Müll einfach auf die Straße geworfen und dann verbrannt wird.

Überall entstehen neue Wolkenkratzer und gigantische Autobahnprojekte. Gleichzeitig pflügen die Bauern noch mit Maultieren und Ochsen ihre kleinen Felder. Abenteuerliche, selbst gebaute Vehikel werden zum Transport gefährlich schwankender Türme von Waren und Material oder ganzen Familien eingesetzt. Zur gleichen Zeit fährt der Hochgeschwindigkeitszug mit 300 Stundenkilometern und routiniertem Service. Wäsche oder Lebensmittel werden auf dem Lande noch im Fluss gewaschen. In der Garküche an der Straßenecke gibt es für einige Cents leckeres und frisches Essen. Im Luxusrestaurant dagegen werden die raffiniertesten Speisen serviert, lässt ein Heer von Bedienungspersonal keinen Wunsch unerfüllt.

Terrakotta-Armee mit dem "Original aus dem Sprengelkiez"-Beutel
Die Terrakotta-Armee mit dem "Original aus dem Sprengelkiez"-Beutel. Foto: privat

Neue Blickwinkel

Im Anschluss an den offiziellen Kulturaustausch besuchten wir im kleineren Kreis noch Xi'an mit der berühmten Terrakottaarmee und natürlich Peking mit der Verbotenen Stadt und der Großen Mauer. Erst wenn man selbst vor diesen Weltwundern steht, bekommt man ein Gefühl dafür, welche Macht und welchen Gestaltungswillen die Herrscher im alten China ausübten.

Im größten Land der Erde unterwegs zu sein und zu sehen, wie die Chinesen ihre alte Kultur und neueste Errungenschaften in Einklang bringen, war eine eine ganz besondere Erfahrung, die unseren Blick relativiert und und uns klar gemacht hat: Berlin ist nur ein kleiner und relativ entspannter Fleck auf der Landkarte – und es ist wirklich schön, wieder da zu sein. 

Anne Wispler
 
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