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Theaterprojekt "Streets of Wedding" der "Lynar"

TITEL
LAUFZEIT
ZIELGRUPPE
Theaterprojekt "Streets of Wedding"
Sommer 06 - Sommer 07
Jugendliche Mädchen der 4., 5. und 6. Klasse
TRÄGER & KOOPERATIONSPARTNER
KONTAKT
HANDLUNGSFELDER
Christiane Weigel
Jugendfreizeiteinrichtung "Die Lynar"
Brüder-Grimm-Grundschule
Hermann-Herzog-Grundschule
Christiane Weigel
Sprengelstr. 38
13353, Berlin Tel.030/21028084
Kinder/Jugend
Bildung/Kultur

Der Wedding als Bühne des Lebens

Die Straßen des Wedding sind eigentlich eine gigantische Theaterbühne, mit all den Dramen und Komödien, die sich darauf abspielen. Warum sollte man also nicht den Stoff, den einem das Leben im Wedding bietet, zu einem Theaterstück für eine echte Bühne verarbeiten?

Genau das taten die Mädchen in der Jugendeinrichtung „Die Lynar“ mit ihrem Theaterprojekt „Streets of Wedding“ auch.

Hintergrund war die Idee, dass man Mädchen an die sonst fast ausschließlich von Jungs frequentierte Freizeiteinrichtung heranführt. Gegenüber der „Lynar“ herrschten bei vielen Eltern von jungen Mädchen Vorbehalte. Auch die Mädchen fühlten sich dort bis jetzt nicht so wohl, weil es zum einen kein großes Angebot für sie gab, und zum anderen gerade für bestimmte Kulturen die Präsenz von Jungen ein Problem darstellt.

Hier setzte das Theaterprojekt „Streets of Wedding“ an. Es sollte ein reines Mädchenstück werden, in welchem sie ihre Alltagserfahrungen und Situationen verarbeiten konnten. Zunächst einmal musste aber das Vertrauen der Mädchen und ihrer Eltern in die Einrichtung und in die Betreuerinnen erworben werden. Dies gelang, sodass letztlich etwa 14 Mädchen vorwiegend nicht-deutscher Herkunft aus den Klassenstufen 3 bis 6 teilnahmen.

krönender Abschluss

Anfang Mai 2007 war es dann soweit: Drei Aufführungstermine, vor Schulklassen und Eltern und Freunden (insgesamt ca. 160 Schüler und ca. 45 Eltern) wurden mit Bravour und unter begeistertem Applaus durchgeführt. Aus den vermehrten Nachfragen der Mädchen entstand für das nächste Schuljahr schon ein neues Theaterprojekt. Damit die Mädchen auch über die Sommerferien hinweg an der Lynar blieben, wurde dort ein verstärktes Mädchenprogramm angeboten.<//font>

Ein Theaterstück entsteht

In den folgenden Proben und anderen Veranstaltungen bauten die Mädchen nach und nach ihre Sprechhemmungen ab, weil sie erkannten, dass ihnen jemand zuhörte, und unabhängig ihrer Sprache und ihres Hintergrundes wertschätzte was sie sagten. So entwickelte sich das Projekt auch zum Ort, an dem man über die eigenen Probleme reden konnte, die man mit den Eltern vielleicht nicht thematisieren wollte. In den Proben wie auch außerhalb fand die Auseinandersetzung mit sich selbst und seiner Situation statt, was vor Allem durch die Darstellung im Theaterstück und Portraits in kleinen Filmen gut gelang.

Im Laufe der Zeit begannen einige Mädchen `Die Lynar` auch zu anderen Zeiten als selbstbestimmten Ort zum Basteln, Spielen, Fernsehen, Hausaufgaben machen oder Abhängen zu schätzen und aufzusuchen. Gemeinsam organisierte besondere Ereignisse wie ein Bollywood-Abend oder ein Schwimm-Ausflug für Mädchen stieß auf sehr viel Resonanz  und füllte das Haus zeitweise mit über 30 Mädchen´.

Des Weiteren organisierte das Projekt den Besuch eines Theaterstücks der Amateur-Jugend-Theatergruppe der Volksbühne, bei welchem die Mädchen erfahren konnten, was Kinder und Jugendliche zustande bringen können. Hierdurch wurde das Selbstvertrauen in das eigene Projekt erhöht und der Aktionsradius der jungen Leute über ihren Kiez hinaus erweitert. Der gemeinschaftlich organisierte „Bollywood-Abend“ mit Schminken und Filmen schweißte die Truppe noch mehr zusammen.

Ansprechpartnerin

Projektleitung:

Christiane Weigel
christianeweigel[at]web[.]de
Sprengelstr. 38
13353 Berlin
Tel. 030/21028084