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Tag des offenen Denkmals bei der St. Joseph-Gemeinde

- Die St.-Joseph-Kirche in der Müllerstraße. Foto: St.-Joseph-Gemeinde
Am 13. und 14. September ist es wieder so weit: im Rahmen des Tages des offenen Denkmals werden zahlreiche historische Bauten und Stätten ihre Türen öffnen, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind.
Ziel der bereits seit 1993 stattfindenden Veranstaltung ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken. Dieses Jahr unter dem Thema Vergangenheit aufgedeckt – Archäologie und Bauforschung.
Auch der Sprengelkiez ist mit einem Baudenkmal vertreten: die katholische St. Joseph-Kirche öffnet ihre Pforten zu Besichtigungen und geselligem Kirchencafé. Dort kann man Näheres über die bewegte Geschichte der Gemeinde erfahren.
Tag des offenen Denkmals in der St. Joseph-Kirche
Veranstalter: Förderverein St. Joseph e.V.
Kontakt: 86 58 95 03 (Herr Dr. Thiede), thiede.frg[at]t-online[.]de
Samstag, den 13.9.:
Öffnungszeit: 11.30 - 16.00 Uhr
Führung: 12.00 - 15.00 Uhr, stündlich, Herr Dr. Thiede, Herr Drescher
Andere Angebote: 12.00 - 16.00 Uhr, Kirchencafé
Sonntag, den 14.9:
Öffnungszeit: 10.30 - 15.00 Uhr
Gottesdienst: 9.30 Uhr
Führung: 11.00 - 14.00 Uhr, stündlich, Herr Dr. Thiede, Herr Drescher
Andere Angebote: 10.30 - 15.00 Uhr, Kirchencafé
Veranstaltungsort:
St. Joseph-Kirche
Müllerstraße 161
U-, S-Bhf. Wedding; Bus 120
Zur Geschichte der St. Joseph-Kirche
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts stieg im Zuge der Industrialisierung die Einwohnerzahl des Weddings stark an. Daraufhin reichten auch die vorhandenen Kirchen bald nicht mehr aus. Im Jahre 1904 wurde deshalb auf dem Grundstück in der Willdenowstraße eine Notkapelle eingeweiht. Die St. Joseph-Kirche wurde zwischen 1907 und 1909 nach den Entwürfen des Benediktiners Pater Ludgerus Lenz im neo-romanischen Stil erbaut. Eingeweiht wurde die Kirche am 2. Mai 1909, einen Tag nach dem Fest ihres Namenspatrons.
Im Inneren öffnet sich eine dreischiffige Basilika, mitgetragen von sechs roten monolithischen Granitsäulen. 1921 entstand die Nachbildung des Apsisbildes von St. Clemente in Rom. Der Kreuzweg von 1925 ist, wie auch die beiden Altarbilder, im Stil der Beuroner Schule gehalten.
Die Krypta von St. Joseph ist den Opfern des Krieges gewidmet. Vor allem aber dem zwischen 1940 und 1943 hier lebenden und wirkenden Priester Max Josef Metzger (1887–1944), der wegen seiner pazifistischen Bestrebungen von den Nationalsozialisten verfolgt wurde. Das aus zwei Eisenträgern gebildete Kreuz mit einem in der Schnittstelle angebrachten stilisierten Fallbeil soll an die Hinrichtung Metzgers im nationalsozialistischen Zuchthaus Brandenburg- Görden erinnern.
Zur St. Joseph-Gemeinde, in der auch polnische und vietnamesische Gottesdienste gefeiert werden, zählen heute etwa 8500 Katholiken.
Über den Kiez hinaus
Wer den Tag des offenen Denkmals für einen Ausflug nutzen möchte, findet rund um den Sprengelkiez und in der ganzen Stadt viele spannende Angebote, die erstaunliche Einblicke in die Geschichte Berlins ermöglichen.
Das Programm findet sich sowohl im Internet als auch im Büro des QM Sparrplatz, wo es eingesehen werden kann.






