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Donnerstag, 11.12.2008

„Straße“ wird mit esszett geschrieben!

Strass ist glitzernder Schmuck. Folglich wäre „Strasse“ die Mehrzahl davon – mit einem kurzen Selbstlaut. Das, auf dem wir gehen oder fahren ist die gute alte "Straße". Weil dennoch viele heutzutage sogar ihre eigene Anschrift falsch schreiben, starte ich hiermit einen Appell zur Rettung des „ß“.

Unsicherheit und eigene Regeln

Wie halten Sie es mit der Rechtschreibreform? Rund 80 Prozent aller Befragten stimmten 2008 der Aussage zu: „Durch die Rechtschreibreform weiß man bei vielen Wörtern gar nicht mehr, wie sie richtig geschrieben werden“. Besagte Reform von 1996 wurde nicht nur heftig kritisiert, sondern sie ist auch – außer in Schulen und Schulbüchern – nirgendwo konsequent umgesetzt worden. So haben z.B. die großen Zeitschriftenverlage ihre eigenen Haus-Schreibregeln - und Otto Normalverbraucher schreibt, wie er Lust hat. Das Bundesverfassungsgericht hat 1998 ja auch entschieden: „Personen außerhalb des Schulbereichs sind rechtlich an die neuen Regeln nicht gebunden; sie sind vielmehr frei, wie bisher zu schreiben.“

Vollstes Verständnis hat man dafür z.B. bei Sätzen wie "Frau tot gefahren und geflüchtet". Früher wäre nämlich die Formulierung „totgefahren“, wenn auch tragisch, so doch recht eindeutig gewesen. Aber bei „tot gefahren und geflüchtet " - neue Schreibweise - fragt man sich: Wie hat sie das nur geschafft?

Missverständnisse und bedrohte Arten

Glyphenvarianten des ß. Abbildung: Wikimedia Commons

Nicht nur wegen solch logischer Stolpersteine schreiben also die meisten weiter wie bisher. Nur leider ausgerechnet nicht bei „ss“ bzw. „ß“. Das viel gebrauchte Wörtchen „Straße“ z.B. wird im Alltag mittlerweile so häufig falsch mit „ss“ geschrieben, dass (hier ist es ausnahmsweise richtig) es schmerzt. Und so kommt es, dass das schön altmodisch geschnörkelte „ß“, eine Besonderheit der deutschen Schriftsprache, vom Aussterben bedroht ist.

Wo es früher höchstens Verwirrung um „daß“ oder „das“ gab, herrscht heute die falsche Annahme, alles würde nur noch mit „ss“ geschrieben. Dabei ist die Regel gar nicht so schwer: Nach einem langen Selbstlaut oder Zwielaut wird "ß" geschrieben, nach einem kurzen Selbstlaut "ss". Also beim langen Vokal Straße, Fuß, Grüße. Beim Zwielaut aus „ie“ gießen, gießt und beim kurzen Selbstlaut: dass, muss, lässt, Fluss.

Schöne Grüsse sind schrecklich und Sosse sollte es in der Kantine auch nicht geben. Also bitten helfen Sie mit, das „ß“ zu retten. Das QM Sparrplatz ist in der Burgsdorfstraße. Und seien Sie herzlich gegrüßt!

Ihre Anne Wispler

Exkurs: Die Rechtschreibreform 1998 / 2004 (Quelle: Wikipedia)

Sie war sowohl wegen der angestrebten Änderungen als auch wegen der Vorgehensweise bei der Durchsetzung von Anfang an umstritten. In den Jahren 2004 und 2006 wurde das Regelwerk in besonders strittigen Punkten überarbeitet. Während die reformierte Rechtschreibung inzwischen in den Schulen gelehrt und von den meisten Verlagen in Form von daran orientierten Hausorthographien angewendet wird, lehnt eine große Mehrheit die Reform nach wie vor ab.

Die offizielle Schreibung des Deutschen änderte sich in den letzten 100 Jahren in Details fast unmerklich von Wörterbuchausgabe zu Wörterbuchausgabe. So tauchte z.B. in der 14. Auflage des Dudens 1954 die integrierte Schreibung Kautsch neben Couch auf. Sie verschwand in den 80er Jahren wieder – zum Glück!

Empfehlenswerte Webseiten

http://www.rechtschreibung-lernen.de/kurstesten/regeln/mitlaute_selbstlaute/s_ss_sz.htm mit gut verständlichen Regeln und Übungen. Und auf http://www.korrekturen.de/kursus.html gibt es eine gute vergleichende Wortliste der verschiedenen Rechtschreib-Varianten seit 1996/2004 mit Empfehlungen und einem Rechtschreibquiz. Auch unter http://www.iik.de/uebungen/uebungsseite/orthografisches/ss.htm kann die ss-ß-Schreibweise lustvoll geübt werden.

Gut zum Nachschlagen eignet sich die Homepage www.canoo.net.

Und das amtliche Regelwerk (Stand 2006) findet man hier:

http://rechtschreibrat.ids-mannheim.de/download/regeln2006.pdf (PDF-Datei, 709 KB)

rechtschreibrat.ids-mannheim.de/download/woerterverzeichnis2006.pdf (PDF-Datei, 826 KB)

 
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