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Wahlen 2013 im Sprengelkiez

Top Themen

  • Über'n Tellerrand: Kiezmentorin war in China

    Einen Monat lang ließ ich die Arbeit als Kiezmentorin ruhen und war im fernen China unterwegs. Als Teil einer 13-köpfigen Delegation von Berlinern, Tschechen und Österreichern zum Zwecke des Kulturaustauschs bereisten wir die ostchinesische Provinz Henan und sammelten viele unvergessliche Eindrücke in einem Land voller Widersprüche. [mehr]
  • 10 Jahre WEDDING ART im Sprengelkiez

    Eine Gruppe von Künstler/innen aus dem Sprengelkiez beschloss 2003, eine Gemeinschaftsausstellung unter dem Titel "Nachbarn stellen aus" zu organisieren. Diese Ausstellung wurde ein voller Erfolg. Es zeigte sich schnell, welches künstlerische Potenzial im Sprengelkiez im Verborgenen lag. Im Mai 2003 entstand dann der Name WEDDING ART. [mehr]
Dienstag, 12.06.2012

Spannende Einsichten bei den 'Wedding Seminaren'

Wedding Seminare - Chorgesang
Amerikanische Hymnen oder russische Kirchenlieder - beides kann man bei Irene Brockert-Aristova lernen und singen. Foto: A. Wispler

Ungewöhnliche Bewegungen waren am Wochenende im Sprengelkiez zu verzeichnen. Einander wildfremde Menschen studierten den neuesten Tanz aus Kamerun ein. Kraftvoller Chorgesang schallte durch das SprengelHaus, Trommeln wurden durch den Kiez geschleppt, ein Rieseneimer Hefeteig bereitet.

Und zwischendurch wurde hektisch hin- und her telefoniert, um Schlüssel zu organisieren und die letzten Vorbereitungen zu treffen. Denn zwischen all diesen Aktivitäten bestand ein Zusammenhang: Die „Wedding Seminare“ des Kulturnetzwerks Sprengelkiez boten für drei Tage siebzehn kostenlose Workshops mit allerhand Interessantem und Nützlichem zum Mitmachen.

Wedding Seminare - Ghomala im Sprengelhaus
Bei André Tatchum kann man Ghomala lernen - aber auch Wushu, eine asiatische Kampfkunst wie Kungfu. Foto: A. Wispler

Ganz unterschiedliche Kreative aus aller Herren Länder gaben dabei ihr spezielles Know-how weiter an jeden, der Spaß daran hatte, sich auf das Unbekannte einzulassen, und das waren immerhin rund einhundert Menschen.

Die einen lernten das Skizzieren mit Papier und Stift, die anderen übten sich im Chorgesang oder lernten eine exotische Sprache. An vielen Orten im Kiez gab es Angebote wie Keramik oder Filzen, Schreiben oder Trommeln, Theaterspielen oder Tanzen. So unterschiedlich die Teilnehmer/innen waren, es verband sie die Neugier auf die Angebote und vor allem auch die Menschen dahinter - zum Kennenlernen eine tolle Gelegenheit.

Foto: A. Wispler
"Hallo!" - Interkulturelles Inprovisationstheater mit Lioba Reckfort. Foto: A. Wispler

Wussten Sie, dass es in Kamerun eine Sprache gibt, die gesungen wird? Auch der Name des Workshopleiters André Tatchum bewegt sich durch verschiedene Tonhöhen. Ähnlich dem Chinesischen ändert sich gar die Bedeutung eines Wortes je nachdem, ob es hoch, tief oder auf- und absteigend ausgesprochen wird. Dennoch drohte diese Sprache und damit eine ganze Kultur durch die Kolonialisierung zu verschwinden, weshalb Tatchum heute als einer von wenigen die Sprache lehrt.

Welche kulturellen Unterschiede gibt es bei den alltäglichsten Begegnungen z.B. mit den Nachbarn im Hausflur? Das und mehr versuchte Theatermacherin Lioba Reckfort mit den Teilnehmer/innen eines interkulturellen Theaterworkshops zu ergründen. Probieren Sie doch mal aus, wie viele unterschiedliche Arten es gibt, „Hallo“ zu sagen, dann wissen Sie, wie Missverständnisse entstehen können.

Wedding Seminare am Nordufer
Wenn alle helfen, geht es schneller - Vorbereitungen für das Pofpof-Backen. Foto: A. Wispler

Die ultimative Herausforderung zumindest am Samstag Abend war aber: Wie mache ich Pofpofs am Nordufer? Denn Duplex Ngoko, ein junger Mann aus Kamerun, wollte die afrikanische Spezialität für alle vor Ort herstellen.

Doch sollte es noch Fisch dazu geben - und der musste erst ausgenommen werden. Eine echte Mutprobe für die Berichterstatterin. Lioba versuchte hingegen, den neuen Grill zusammen zu schrauben. Der Hefeteig warf unterdessen schon Blasen und Organisator Sebastian Wagner musste noch schnell Zwiebeln besorgen.

Rundherum waren die bunt kostümierten Fußballfans schon in großer Vorfreude auf das Deutschlandspiel. Die beste Voraussetzung also, den Abend am Nordufer gemeinsam ausklingen zu lassen. Und alle fanden, diese „Wedding Seminare“ muss es unbedingt bald wieder geben.

Weitere Infos: www.sprengelkultur.de

Anne Wispler