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Donnerstag, 27.01.2011

Sozial-Monitoring zeigt: Quartiersmanagement muss weiter gehen

Sprengelkiez
Welche Perspektiven hat der Sprengelkiez? Foto: Anne Wispler

Laut einer Studie zu sozialen Veränderungen in den Berliner Kiezen hat sich der Sprengelkiez insgesamt stabilisiert, ist jedoch mit Rang 397 zwei Punkte schlechter als letztes Jahr und damit immer noch auf einem der hinteren Plätze des Gesamtberliner Entwicklungsindex. Die weitere Förderung von Projekten der Bildung, Integration, Imageverbesserung und Stadtteilkultur ist dringend notwendig. Erfreulich: Die Arbeitslosigkeit ist im Sprengelkiez und anderen Gebieten insgesamt ganz leicht zurück gegangen. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen sank.

Das "Monitoring soziale Stadtentwicklung 2010" ist eine Untersuchung des Stadtsoziologen Prof. Hartmut Häußermann im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Ihr Ziel: Die sozialen Veränderungen in den Berliner Kiezen zu erfassen und so eine Basis zu haben, um Fehlentwicklungen gezielt vorzubeugen.

Insgesamt wurden dafür bis Ende 2009 Daten in 447 sogenannten Planungsräumen mit durchschnittlich 7500 Einwohner/innen erhoben. Zu den Indikatoren zählten Angaben über Arbeitslosigkeit, Bezug sozialer Leistungen, Migrationshintergrund und Mobilität.

Die Ergebnisse des Monitorings 2010

Triftstraße im Wedding
Die Sozialdaten des Quartiers zeigen Handlungsbedarf. Foto: Anne Wispler

„Sehr niedriger Entwicklungsindex“ ist das ernüchternde Fazit für insgesamt 34 Berliner Kieze und genauer für diese Gebiete in Mitte: Körnerstraße, Huttenkiez, Zwinglistraße, Lübecker Straße, Soldiner Straße, Gesundbrunnen, Brunnenstraße, Humboldthain NW, Reinickendorfer Straße, Sparrplatz und Leopoldplatz. Der Bericht sagt dazu:

"Ein Teil dieser 34 Gebiete zeigt neben einer hohen Problemdichte auch eine Dynamik, die in den nächsten Jahren keine Verbesserung der Situation erwarten lässt. Zu Recht gehört ein großer Teil der Gebiete zur Kulisse des Programms „Soziale Stadt“."

Die westlichen Innenstadtgebiete sind, wie in der Vergangenheit auch, am problematischsten, besonders in Wedding, Moabit, Neukölln-Nord und Kreuzberg-Nord. Bedenklich, so Häussermann, sei die Entwicklung in einigen Großsiedlungen, z.B. Marzahn-Hellersdorf, aber auch in der Gropiusstadt und dem Märkischen Viertel.

Dazu muss man wissen, dass die untersuchten Zahlen aus dem Jahr 2009 sind, sich also die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und des nachfolgenden leichten Aufschwungs noch nicht deutlich zeigen.

Da die untersuchten Gebiete anders aufgeteilt sind als bei der letzten Untersuchung, lassen sich nur schwer genaue Vergleiche treffen, aber der Anteil von Kindern und Jugendlichen, die Transferleistungen erhalten, ist ungefähr gleich geblieben. Im Gebiet um den Sparrplatz leben aber nach wie vor doppelt so viele Kinder in Armut wie im Gesamtberliner Durchschnitt (65 % der unter 15-Jährigen erhalten im Sprengelkiez Existenzsicherungsleistungen, in Berlin sind es durchschnittlich 37,5%). Die Mehrzahl von ihnen stammt aus Einwandererfamilien.

Stadtsoziologe Häussermann wies bei der Vorstellung seiner Studie am 20.01.2011 auf die steigende Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund (fast jeder zweite Berliner unter 18) im ganzen Stadtgebiet hin. Für deren Chancen seien Bildung und sozialer Hintergrund ausschlaggebend, nicht die Herkunft.

Kreuzberg und Nord-Neukölln gehören teilweise zu den Aufsteigern im Sozialmonitoring, sie sind als Wohnorte immer beliebter. Trotzdem oder vielleicht gerade wegen steigender Mieten sind aber in Neukölln-Nord z.B. immer mehr Eltern auf soziale Transfers angewiesen.

Fazit und Perspektiven

Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer wiederholte ihre Aussage vom letzten Jahr: „Mit Hilfe des Monitoring Soziale Stadtentwicklung sehen wir genau, wo sich in der Stadt kritische Entwicklungen abzeichnen und wo sich Verbesserungen nachweisen lassen. Erfreuliche Botschaft auch in diesem Jahr ist, dass die sozial problematischen Gebiete sich nicht von der gesamtstädtischen Entwicklung abgekoppelt haben."

Trotz der Erfolge ist die weitere Finanzierung der sozialen Programme laut Senatorin Junge-Reyer noch offen. Es gebe eine „Lücke von fünf bis acht Millionen Euro“, die der Bund gerissen habe durch die Kürzung der Mittel für die Soziale Stadt. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Senatorin Junge-Reyer versprechen deswegen beide, sich für eine Aufstockung der verringerten Bundesmittel aus dem Berliner Haushalt stark zu machen.

Dass es auch 2011 Projektmittel für den Sprengelkiez geben wird, steht fest. Derzeit ist jedoch noch unklar, wie viel Geld es sein wird – und wann es in den Quartieren ankommt. Über die Höhe der Fördersumme wird am 16. Februar entschieden: Dann tagt der Haushaltsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses.

Den ganzen Bericht finden Sie im Internet unter http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/basisdaten_stadtentwicklung/monitoring/de/2010/index.shtml

Anne Wispler
 
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