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Donnerstag, 15.05.2014

Pssssssst! Lärmspaziergang im Kiez

Cüppers erläutert Lärmproblematik
1 Station: Die allbekannte Müllerstraße
Cüppers misst den Lärmpegel der Müllerstraße
Protokoll zu Lärmwahrnehmung
Lärmdämmung....
Möglichkeit zur Lärmminderung -> 30er Zone in der Lynarstraße
2. Station: Sparrstraße
3. Station: Die Leute der NABU stellen die Sprengelpark-Vögel vor


Das Martinshorn eines Rettungswagens im Einsatz, ein LKW hupt, als ein Jugendlicher bei Rot über die Straße läuft, Vögel zwitschern und ein die Nachbarskatze verfolgender bellender Hund: Geräusche in unserer Nachbarschaft. Beim Lärmspaziergang am 9. Mai um 17 Uhr wurde einmal genauer gelauscht, was im Sprengelkiez zu hören ist. An der Müllerstraße / Ecke Lynarstr startete unsere Tour durch den Kiez. Es versammelten sich Interessierte, vom Anwohner bis zum Zeitungsreporter. Der Anlass: Das Projekt „SCHÖNER SPRENGELKIEZ“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Erscheinungsbild des öffentlichen Raumes im Kiez gemeinsam mit den Bewohnern zu verbessern: zum Beispiel durch Müllvermeidung, Pflanzaktionen oder Kiezrundgänge wie diesen Lärmspaziergang. Eingeladen hatte hierzu unter anderem Christian Kölling vom VCD Nordost. 


Was ist Lärm eigentlich? Lärm sind Geräusche, die durch ihre Lautstärke als störend empfunden werden. Vor allen Dingen spielt bei der Wahrnehmung von Lärm die aktuelle Situation der Person eine große Rolle. Nicht jeder kann sich durch Disko-Musik verzaubern lassen oder ist von den Trompetenkünsten der Nachbarin begeistert. Durch störende Geräusche können gesundheitliche Schäden verursacht werden. Stress, Schlafstörungen, Konzentrations- und Kommunikationsschwierigkeiten sind die bekanntesten Symptome.


Rückblende: Am 30. April fand der 17. internationale Aktionstag gegen Lärm statt. Aus diesem Anlass fand eine Lärmmessung an der Müller-/ Ecke Lynarstraße statt. Dazu hatte Thorsten Haas von MittelWege Michael Jäcker–Cüppers vom Arbeitsring Lärm der Dega eingeladen. Die Messung ergab, dass die zulässigen Grenzwerte bezüglich der Belastung der Anwohner überschritten werden.  


Beim Lärmspaziergang nun versuchte Herr Cüppers, den Interessierten die Lärmmessung und Lärmwahrnehmung näher zu bringen. Dazu liefen wir zu verschiedenen Spots im Sprengelkiez, um Unterschiede herauszufinden bzw. herauszuhören. Damit die Höreindrücke zu dem jeweiligen Standort nicht verloren gingen, füllten die Teilnehmer ein Protokoll aus, in dem sie ihre Lärmwahrnehmungen eintrugen.


Michael Cüppers brachte ein Lärmmessgerät mit, um an der ersten Station Müller-/ Ecke Lynarstraße den Lärmpegel zu ermitteln. Zwar wurde kein geeichtes  Messgerät mitgeführt, aber die provisorische Messung ergab eine deutliche Überschreitung des gesetzlichen Grenzwertes von 65 dB. Thorsten Haas informierte, dass es auch eine App zum Lärm messen gibt. Diese sei natürlich auch nicht geeicht, gibt aber dennoch einen Einblick in welchen Lautstärkebereichen man sich befindet.


Wichtiges Thema auf dem Lärmspaziergang war zudem der Lärmaktionsplan. Dieser wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt entwickelt, um den Lärm in Berlin zu verringern. Der Plan enthält unter anderem ein Schallschutzfensterprogramm. Damit können sich Eigentümer unter bestimmten Voraussetzungen Lärmschutzfenster vom Senat fördern lassen.


Auf der Webseite des Senates kann man anhand einer Karte ablesen, an welchen Häusern die zumutbaren Werte überschritten werden. Dort kann das Schallschutzfensterprogramm in Anspruch genommen werden. Es ist natürlich nicht möglich, dass alle Wohnhäuser in dieses Förderprogramm aufgenommen werden. Trotzdem müsse man nach Haas' Meinung dieses Programm publik machen, da viele von Straßenlärm betroffene Anwohner ihre Ansprüche nicht kennen.


Die nächste Station war die Sprengelstraße, die eine 30er-Zone ist. Aber da die Straße sehr breit ist, verleitet sie oft zu schnellerem Fahren. Trotz alledem empfinden die meisten Teilnehmer des Spaziergangs die Straße als ruhig. Eine Anwohnerin merkt an, dass es nachts wohl lauter sei, da sich mehrere Bars in dieser Straße befinden. Herr Cüppers misst in der Sprengelstraße einen Mittelungspegel von 52 dB. Eine Frage macht sich bei den Spaziergängern breit: Was kann man selbst machen, um den Lärmpegel zu senken? Zu allererst müsse man ein Bewusstsein für Lärm entwickeln, so Cüppers. Wir als Bürger können durch kleine Gesten der Umwelt etwas Gutes tun. Anstatt mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, könnte man doch auf das Fahrrad umsteigen, oder!? Ebenso wäre es eine Möglichkeit, den Vermieter nach einer Fassadenbegrünung zu fragen. Diese schluckt den Schall und zudem wirkt sie sich positiv auf die Stadtluft aus.


Plötzlich geraten wir in Regen und Hagel und müssen uns unterstellen. Wir bemerken alle, dass auch Niederschläge einen hohen dB-Wert haben müssen da es schwer wird, Herrn Cüppers zu verstehen. Nach dem der Regen vorbei ist, geht es weiter in den Sprengelpark. Hier kann man zwar viele Vögel hören, aber dennoch ist das Geräusch der S-Bahn sowie der Straße noch deutlich zu vernehmen.


Kurz darauf treffen wir auf die Ortsgruppe Berlin Mitte des Naturschutzbundes (NABU). Sie erzählen uns etwas über Vögel in der Stadt und zeigen uns „Piepmätze“, die gerade um uns herum zwitschern. Haussperling (Spatz), Amsel und Mönchsgradmücke sind an diesem Freitagabend am lautesten. Die NABU-Bezirksgruppe Mitte bietet jeden Dienstag noch bis einschließlich 27.05.2014 jeweils von 18-20 Uhr eine Vogelstimmenführung an.


Es war sehr interessant, sich mit dem Thema Lärm etwas genauer auseinander zu setzen. In der heutigen Zeit rast man so durch sein Leben ohne sich den Lärmpegel überhaupt bewusst zu machen, dem man Tag für Tag ausgesetzt ist.


Für mehr Infos zu diesem Thema klickt einfach auf die folgenden Links:
Projekt „SCHÖNER SPRENGELKIEZ“


Lärmaktionsplan Berlin


Schallschutzfensterprogramm

Lorena Pond
 
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