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Der Runde Tisch Sprengelkiez (RTS) ist ein bewohnergetragendes Gremium, dass sich für die Belange der Bewohner*innen im Sprengelkiez einsetzt. Neue Mitglieder*innen sind herzlich wilkommen. Mitmachen!

 

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Freitag, 09.09.2016

„Politiker fragen, Bürger antworten“

Gerhard Hagemeier u. Silka Riedel (Moderation)
Siemen Dahlmann u. Klaus Wolfermann
Claudia Schwarz (SprengelHaus)
Sascha Schug (SPD) u. Hans-Georg Rennert (SprengelHaus)
Es werden fleißig Notizen gemacht
Frank Bertermann (die Grünen)
Politiker*innen tauschen sich mit Claudia Schwarz aus
Alexander Freitag u. Michael Konrad (Piratenpartei), Benjamin Fritz u. Uwe Henning (CDU)
Sven Diedrich u. Katharina Mayer (die Linke)
Angeregte Disskusion

31. August 2016. Noch gute zwei Wochen bis zu den Wahlen zum Abgeordnetenhaus von Berlin. Der Runde Tisch Sprengelkiez nimmt dies zum Anlass, heute zum Austausch zwischen Bürger*innen und Politiker*innen einzuladen. Normalerweise wird bei solchen Veranstaltungen Bürger*innen die Chance gegeben, Politiker*innen Fragen zu stellen. Doch nicht so im Sprengelkiez! Hier stellen die Politiker*innen den Kiezbewohner*innen die Fragen.

Es sind rund zwei Dutzend Politiker*innen und Bürger*innen ins SprengelHaus gekommen. Den Anfang macht Silka Riedel von der Konfliktagentur. Sie moderiert gemeinsam mit Holger Scheibig und Gerhard Hagemeier die Treffen des Runden Tisches. Zu Beginn bittet sie nun die Gäste den Sitzkreis, in dessen Mitte heute ausnahmsweise kein Tisch zu finden ist, noch größer und möglichst rund zu gestalten. Stühle werden gerückt, die Gäste schauen sich nach links, rechts, vorne und hinten um, bis sie sich mit einem letzten Blick in die Runde vergewissern, dass der Kreis mit ihrer Hilfe nun rund sein müsste. Silka Riedel ist zufrieden, alle können einander nun besser sehen. Die Vorstellungsrunde kann beginnen. Wer der Anwesenden ist den nun eigentlich Bürger*in und wer Politiker*in? Denn manchmal sind diese gar nicht so leicht auseinander zu halten.

Folgende Politiker*innen konnten erfolgreich enttarnt werden: Alexander Freitag und Michael Konrad von der Piratenpartei, Benjamin Fritz und Uwe Henning von der CDU, Sascha Schug von der SPD, Sven Diedrich und Katharina Mayer von den Linken und Ingrid Ochse und Frank Bertermann von den Grünen – oder wie er betont Bündnis ’90 die Grünen „... denn soviel Zeit muss sein!“ Außerdem sind auch zwei Damen von der Senior*innenvertretung Mitte gekommen.
Anschließend gibt Siemen Dahlmann einen kleinen Überblick über die Geschichte des Sprengelkiezes. Heraus hebt er die Besonderheiten. Dies ist zum einen die Lage, er wird vom Kanal, der S- Bahn und den großen Hauptstraßen zu einer Art Insel isoliert, und zum anderen die langjährigen etablierten Einrichtungen im Kiez, wie zum Beispiel der Kinderbunte Bauernhof Wedding oder der Telux Abenteuerspielplatz. Diese Besonderheiten fördern den Zusammenhalt der Bewohner*innen, die sich schon vor Zeiten des Quartiersmanagements für die Entwicklung des Kiezes eingesetzt haben.
 
Claudia Schwarz vom Moabiter Ratschlag, Träger des SprengelHauses, macht sich auf den Weg zu der bereits vorbereiteten Flipchart-Tafel. Hier sind die Strukturen des SprengelHauses für alle noch Unwissenden im Raum nachvollziehbar aufgezeichnet. Sie macht deutlich, dass das SprengelHaus sehr viel Wert auf den offenen Bereich des Nachbarschaftsladens legt. Denn hier begegnen und helfen sich Bewohner*innen. Dies nennt Claudia Schwarz immer gern die sogenannte "Komm-Struktur". Aber auch die "Geh-Struktur" ist wichtig: das aufmerksame heraus Gehen aus dem SprengelHaus verbunden mit dem Wahrnehmen der Bedürfnisse und Nöte von Bewohner*innen, die nicht unbedingt den Mut haben, selbst zu kommen.

Nach der Vorstellung von Claudia Schwarz können die Politiker*innen ihre Fragen zum SprengelHaus stellen. Hierbei drehen sich die meisten Fragen der heute Anwesenden um die Finanzierung des SprengelHauses. So auch die Frage von Alexander Freitag (Piratenpartei), der genau wissen möchte wie die Mieten für die Räumlichkeiten des SprengelHauses finanziert werden. Es wird jedoch schnell klar, dass die Komplexität des Hauses und seine verschiedenen Finanzierungsstrukturen in den Bereichen des Hauses, bei denen es sich wie bei den meisten Nachbarschaftseinrichtungen um Mischfinanzierungen handelt, nicht in wenigen Sätzen darzustellen ist. Das heißt, dass es nicht einen großen Topf gibt in den gegriffen werden kann, sondern dass es sich zum Teil um Geld aus dem infrastrukturellen Rahmenprogramm handelt, es zusätzlich je nach Thema Projektfinanzierungen gibt und eventuell auch ein kleiner Zuschuss vom Bezirksamt dazu kommt. Außerdem betont sie, dass es immer mehr Bedarfe gibt, als finanziert werden können.

Benjamin Fritz (CDU) interessiert sich dafür, wie die Sprachkurse im SprengelHaus angenommen werden. Darauf kann Claudia Schwarz nur euphorisch antworten, denn sie laufen momentan nicht nur bei Flüchtlingen, sondern auch bei lange in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund sowie Alphabetisierungskurse für Deutsche ausgesprochen gut. Es wurde bereits auf die Räumlichkeiten der Konfliktagentur ausgewichen, da das SprengelHaus seit der Flüchtlingswelle zu Beginn des Jahres aus allen Nähten platzt.

Ingrid Ochse (die Grünen) möchte wissen, inwieweit auch Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund in Entscheidungsprozesse einbezogen werden bzw. inwieweit sie sich beteiligen. Denn ihr fiele schon auf, dass in der heutigen Runde niemand aus einem anderen Kulturkreis ist. Frau Ochse arbeitet selbst in der Stadtteilvertretung und betont, dass sie sich des Öfteren fragt, wie jene Menschen bei Bürgerbeteiligungsprozessen aktiviert werden können. Claudia Schwarz jedoch findet, dass eben die Beteiligung von Nachbar*innen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen im SprengelHaus ganz gut gelingt. Hier gibt es zahlreiche interkulturelle Projekte und Aktivitäten.

Das SprengelHaus deckt als Anker im Kiez schon viele Bedarfe der Bewohner*innen ab, jedoch kommen quasi täglich neue dazu. Hierzu erzählt die Senior*innenvertretung, dass sie gerne Bänke aufgestellt hätten, damit die ältere Generation unterwegs die Möglichkeit zum ausruhen hat. Hierfür wurde eine Anfrage an die BVV (Bezirksverordnetenversammlung) gestellt, doch für die Aufstellung müssten pro Bank 100 Euro Gebühren gezahlt werden. Da fragt sich Claudia Schwarz nun zu Recht: “ Was sollen wir tun? Stellen wir sie illegal auf oder zahlen wir? Und wenn, wer zahlt?“ Sven Diedrich (die Linke) schmunzelt und sagt: „An dieser Stelle neige ich zum Aufruf zum Ungehorsam!“

Nun wollen die Politiker*innen schon mit ihren Fragen zu den Funktionsweisen des Runden Tisches loslegen, so möchte Sascha Schug (SPD) zum Beispiel gern wissen wie viele Bewohner*innen sich regelmäßig beim Runden Tisch engagieren. Die Fragen der Politiker*innen werden jedoch von Silka Riedel freundlich gestoppt, da zunächst Gerhard Hagemeier die wichtigsten Fakten zur Institution Runder Tisch Sprengelkiez (RTS), welche bereits einige der Fragen beantworten dürften, zusammenfassen möchte. Beim Runden Tisch treffen sich einmal im Monat derzeit etwa 15 bis 20 Anwohner*innen, Akteur*innen und Gewerbetreibende aus der Nachbarschaft. „Wir verstehen uns als Sprachrohr des Kiezes und vertreten dessen Anliegen“, so Gerhard Hagemeier. Langfristig wird eine regelmäßige Sprengelkiez-Konferenz mit Vertreter*innen aus der Nachbarschaft, aus der Verwaltung und aus der Politik angestrebt.

Gerhard Hagemeier lädt alle Politiker*innen herzlich ein, sich an den Sitzungen des Runden Tisches zu beteiligen. Uwe Henning (CDU) möchte die Einladung gern zurück geben. Er betont, dass auch die Nachbar*innen die Möglichkeit haben, bei den Sitzungen der jeweiligen Ausschüsse teilzunehmen, um dort die ein oder andere Idee des Runden Tisches vorzutragen.

Am Ende wird sich auf eine engere Zusammenarbeit zwischen Rundem Tisch und Politik geeinigt. Ob dann dieselben Politiker*innen wie heute vertreten sein werden, wird sich erst nach dem 18. September zeigen. Klar ist jedoch, dass der Runde Tisch sich künftig weiter der Bedürfnisse, Wünsche und Forderungen der Bewohner*innen annehmen und diese in die jeweiligen Ausschüsse der Politik tragen wird. Für den Sprengelkiez ein erfolgreiches und hoffnungsvolles Ergebnis des heutigen Abends.



Text/Fotos: Anna Lindner






 
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