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Freitag, 03.10.2014

Mehr Sport für Kinder!

Familiensportfest im Sprengelpark am 28. September 2014

Nicht zu verfehlen: Das Sportfest im Sprengelpark
An jeder Station gibt es einen Stempel
festliche Stimmung im Park
Ständig besetzt: Die Hüpfburg
Aikido für Könner und Anfänger
Die Kugel muss über das Löcherfeld
Balancetraining auf der Slackline
Die Startnummern für den "Lauf der Familien" werden vergeben
Am Ende gab es für alle eine Urkunde

Kinder, die aufmerksam und hochkonzentriert sein können, sich zu ungewöhnlichen Körperbewegungen und Leistungen mitreißen lassen, dabei richtig Spaß und Erfolgserlebnisse haben – das waren gute Erlebnisse beim Sportfest im Sprengelpark. Auch für die Eltern, die staunten, wieweit sich die Körperbeherrschung bei ihren Kindern aktivieren lässt, wenn sie von Sporttrainern dazu herausgefordert werden. Dieser Sonntagnachmittag könnte ein wichtiger Impuls gewesen sein, sich mehr für eine Sportart oder auch für einen Sportverein zu interessieren.


Organisiert wurde das Familiensportfest von bwgt e.V. im Rahmen eines vom Quartiersmanagement geförderten Projektes unter Unterstützung des Gesundheitsamts. Als weitere Akteure waren dabei: Telux und Weddinger Kinderfarm, das Projekt Schöner Sprengelkiez, Tanzstudio Balu, Aikido Dojo Berlin, Leo-Lionni-Grundschule und die Osterkirche. Alle hatten eine sportliche Aktivität oder Geschicklichkeitsübung für jeweils eine besondere Mit-Mach-Aktion auf dem weiträumigen Platz aufgebaut. An diesen Stationen standen erfahrene Experten bereit, um den Kindern die Aufgaben zu erklären, die sportliche Aktion zu trainieren und bei der Durchführung zu helfen.

Die Kinder bewegten sich von Station zu Station, bewältigten jeweils eine Aufgabe und bekamen dafür einen Stempel. Zum Schluss hatten sie ihre Stempelkarte voll und konnten eine Medaille als Belohnung in Empfang nehmen. Jede Aufgabe hatte so seine Besonderheiten. Auf der Slackline wurde wie im Zirkus auf dem Seil balanciert – natürlich nicht in luftiger Höhe. Aber höchste Konzentration beim Setzen der Füße war hierbei entscheidend. Abrutschen war dann doch peinlich und man musste von vorne beginnen. Jedes Kind bewegte sich ganz anders. Manche hielten sich gut gerade, andere schwankten. Die Einen kamen schnell voran, die Anderen erfanden geschickt eigene Techniken und bewegten sich mit seitlichen Schritten. Immer war dann auch die stützende Hand der Helferin zur Stelle.

Beim Ju-Jutsu ging es friedlich um präventive Selbstverteidigung. Der Trainer ließ sich von den Kindern angreifen und zeigte Abwehrtechniken, bei denen der Angreifer ins Leere lief, ohne zu verletzen oder verletzt zu werden. Die Kinder schützten mit angewinkeltem Arm ihr Ohr und riefen dem Angreifer zu: „Ich will keinen Ärger!“. So wurde erklärt, wie man sich in aggressiven Situationen durch einfachen Körperschutz und Kommunikation verteidigt. Das schien einigen Mädchen sehr interessant zu sein und sie übten diese präventive Technik sofort mehrmals. Beim Aikido ging es körperbetonter zu. Hier wurde zunächst eine stabile Körperhaltung eingenommen. Das war gar nicht so einfach, sich so hinzustellen, dass der Körper fest auf dem Boden steht und nicht ins Schwanken gerät und zuletzt hinzufallen. Dann wurden vom Trainer Handgriffe, Überwürfe und andere geschickt angesetzte Hebelbewegungen gezeigt, wobei der Fall auf die Matte durch gute Technik abgefedert werden kann. Für viele Kinder schien es eine neue Erfahrung zu sein, alle Körperteile in ihren Funktionen zu erfahren. Auch für die Eltern als Beobachter war es wichtig, ihre Kinder in solchen Bewegungssituationen zu sehen.

Weitere Übungen und Aufgaben forderten Geschicklichkeit, Koordination  und Reaktionsschnelligkeit. Etwa beim Bogenschießen, wo es um Anspannung, Zielen und Kraftimpulse geht, die Nervenstärke, gutes Augenmaß und Körperstärke erfordern. Oder beim Jonglieren einer Kugel über ein Löcherfeld, wobei nur durch schnelle Bewegung mit zwei kleinen Seilen die Kugel schnell über die Fläche transportiert werden muss, ohne in ein Loch zu fallen. Beim Ringwerfen muss genau gezielt und der Schwung beim Wurf gesteuert werden. Die Feinmotorik der Finger wird beim Basteln von Lesezeichen entwickelt. In der Hüpfburg kann man dann auch einfach nur entspannt den Körper fallen und fliegen lassen.

Zum Schluss des Sportfestes gab es dann noch einmal was, um sich auszupowern: Laufen um die Wette. Einmal rund um den Park für die jüngeren Mädchen, danach drei Runden für ältere Jungen und Mädchen. Das war dann der angekündigte „Lauf der Familien“, wobei die Eltern verzichteten. Spannend war es trotzdem, weil es laute Anfeuerungen gab, viele Kinder und Eltern riefen ihren Favoriten Aufmunterungen zu. Manche kamen ziemlich atemlos und mit Seitenstichen ins Ziel, die Vorderen allerdings sahen ziemlich fit und trainiert aus. Dann wurden Urkunden und Medaillen verteilt.

Insgesamt eine gut besuchte Veranstaltung auf diesem erstaunlich weitläufigen Platz, der ja für einen Weddinger Spielplatz etwas ungewöhnlich erscheint. Nicht so eingezwängt auf einem freien Grundstück zwischen hohen Wohnhäusern, sondern frei und offen ausgedehnt. Das liegt daran, dass der 2007 eröffnete Sprengelpark zwischen Sprengel- und Kiautschoustraße auf dem Gelände einer ehemaligen Flugzeugfabrik liegt. Informationen darüber gibt es am Eingang an der Sprengelstraße.

 

Kommentare zum Familiensportfest und Sport in der Schule
Birgit Funke vom Projekt bwgt.e.V. erläutert das Konzept der Aktion. Das Projekt "Gesund und bewegt im Sprengelkiez" ist seit Sommer 2013 aktiv. Zuerst wurde im Quartier recherchiert, wie es um Gesundheit und Bewegung bei den Bewohnern im Kiez steht und welche Angebote sinnvoll wären. Der Schwerpunkt sind Familien und Kinder bis zu 6 Jahren. Regelmäßige Aktivitäten des Vereins sind Spielplatzbetreuung und -angebote im Wechsel im Sprengelpark oder auf dem Sparrplatz an den Sonntagen von 14 - 17 Uhr mit dem Sprengelmobil und seiner Ausstattung mit verschiedensten Spielgeräten. Die Kinder können sich diese ausleihen, wobei zwei Betreuer anwesend sind und mit den Kindern je nach Wunsch spielen. Das Familiensportfest soll der Höhepunkt des Jahres sein und wird in diesem Jahr zum ersten Mal durchgeführt. Dabei durchlaufen die Kinder alle Stationen, holen sich ihre Stempel und bekommen zum Schluss eine Medaille.  Das Fest und die regelmäßige Spielplatzbetreuung sollen Gelegenheiten schaffen, Sport und Bewegung an einem öffentlichen Platz für die Bewohner sichtbar und durch praktische Erprobung zugänglich zu machen. Mehr Infos zu den Angeboten von bwgt.e.V. im Quartier Sparrplatz auf der Homepage

Angela Kartheus, stellvertretende Schulleiterin der Leo-Lionni-Grundschule und Quartiersrätin begründet, warum Sport und Bewegung für Kinder so wichtig sind. Die basalen Fähigkeiten der Motorik, wie langsam auf einer Linie zu laufen oder rückwärts durch den Raum gehen zu können, ohne nach hinten zu schauen, oder auf einem Bein zu stehen, sind bei vielen Kindern oft nur wenig entwickelt. Solche Befunde werden durch Testverfahren immer wieder nachgewiesen. Deshalb sind sportliche Aktivitäten notwendig. Aber auch soziale Fähigkeiten werden herausgefordert, besonders in Sportvereinen, wo es um Teamarbeit beim Mannschaftssport oder Regelspiele geht. Diese sozialen Kompetenzen sind natürlich auch für die Schule und das gemeinsame Lernen im Klassenverband wichtig. Leider sind nur ganz wenige Schüler Mitglieder in einem Sportverein. Gefragt sind am ehesten die Kampfsportarten oder Fußball bei den Jungen. An der Schule werden Übungen aus einer Mischung von Yoga, Bewegung, Achtsamkeit, Konzentration und Entspannung angeboten, die von einer Yogalehrerin entwickelt wurden. Dabei werden z.B. gezielt koordinierte Bewegungen trainiert, wie die Überkreuzbewegung beim Fassen des linken Knies mit der rechten Hand. Eine Übung, die vielen Kinder zunächst Probleme bereitet. Oder auf einem Bein stehen und die Figur eines Baums bilden. Durch regelmäßige Übungen werden dann immer gute Entwicklungen erzielt und die Kinder lernen bald, ihre Körperbewegungen zu steuern. Eine Lehrerin hat sich mit dem Zusammenhang von Gleichgewichtssinn und Noten in einer wissenschaftlichen Studie befasst und ein Übungsprogramm entwickelt. Dabei wurde deutlich, dass Schüler mit schwach ausgebildetem Gleichgewichtssinn bei gleicher Intelligenz eine Note schlechter sind als Kinder mit gutem Gleichgewichtssinn. Auch hier helfen regelmäßige Übungen. Infos über die Leo-Lionni-Grundschule auf der Homepage.

Text + Fotos: Ewald Schürmann
 
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