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    "Ich zahle ja Steuern, deswegen soll der Staat meinen Müll wegmachen." So einfach ist es leider nicht. Schon länger wird beim Putzen, Bepflanzen und beim Ersatz von Spielgeräten gespart, weil die Bezirke kein Geld haben. Und am Nordufer sorgen ungeklärte Rechtsfragen dafür, dassder Müll nicht beseitigt werden kann. Doch es gibt Lösungen. [mehr]
  • Es sind noch Fördermittel da: Nutzen Sie den Quartiersfonds 1

    Mit diesem unkomplizierten Fördertopf werden wie immer kleinere Maßnahmen möglich, die aber durchaus eine große Wirkung haben können. Es können noch Projektideen eingereicht und gefördert werden. Jetzt bewerben! [mehr]
Mittwoch, 26.01.2005

Lesung mit Dilek Güngör in der Brüder-Grimm-Grundschule

Am 21. Januar las die bekannte deutsch-türkische Autorin Dilek Güngör in der Brüder-Grimm-Grundschule aus ihrem Buch "Unter uns". Etwa dreißig Zuhörerinnen waren der Einladung des Vereins "Gemeinsam im Stadtteil" gefolgt, der die Lesung organisierte.

Dilek Güngör – 1972 in Schwäbisch-Gmünd geboren – ist selbst etwas über ihren Erfolg erstaunt. Eigentlich wollte sie gar nicht Journalistin, sondern Übersetzerin werden. Doch mittlerweile sind ihre wöchentlichen Glossen Kult. Die junge Frau schreibt über den Alltag in ihrer Familie. Das Besondere daran: diese Familie ist türkisch, lebt seit dreißig Jahren in Deutschland, und die Leser bekommen Einblick in eine Welt, die einerseits typisch türkisch, andererseits typisch deutsch ist, jedenfalls aber meist liebenswert und etwas schrullig.

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"Diese Familie ist spannender als Fußball"

Wir erfahren z.B., wie die ganze Familie herumeiert und schnell umschaltet, wenn es intime Liebesszenen im Fernsehen gibt. Wir lernen Tante Hatice und Onkel Ömer kennen, die seit Jahrzehnten zurück in die Türkei wollen und deshalb alle Haushaltsgegenstände doppelt kaufen. Doch wer glaubt, jetzt endlich mal zu erfahren, "wie es bei den Türken zugeht", könnte getäuscht werden: denn die geschilderte Familie ist ebenso einzigartig wie jede andere. Und sie hat – im Prinzip – die gleichen Macken und Probleme wie deutsche oder chinesische Familien. Gerade das ist der Aha-Effekt an Güngörs Geschichten. "Bei uns ist es genauso, das kenne ich auch" sagen viele Zuhörer spontan. Der prominente russische Wahlberliner Wladimir Kaminer jedenfalls findet auch: "diese Familie ist spannender als Fußball".

Als nach der Lesung Fragen gestellt werden können, interessiert viele der anwesenden türkischen Frauen, ob die Geschichten wahr seien. Zumindest enthalten sie wahre Details, doch "dann laufe es irgendwo hin", zur Pointe nämlich. Die Zuhörerinnen fragen, ob ihre Familie "modern" sei, ob Dilek Güngör verheiratet ist, ob sie Kinder hat? Sie lächelt: der richtige Mann müsse noch gefunden werden. Derzeit arbeitet sie an einem Roman. Es geht um um eine junge, in Deutschland aufgewachsene Türkin, die bei ihrer traditionell lebenden Großmutter in der Türkei überraschende Gemeinsamkeiten entdeckt.

Wenn Sie Lust zum Selberlesen bekommen haben:

Dilek Güngör:
"Unter uns"
96 Seiten, gebunden
14,80 Euro, ISBN 3-934703-78-X
Eine weitere Lesung mit Dilek Güngör im Kiez ist übrigens in Vorbereitung. Näheres erfahren Sie wie immer auf unserer Webseite.

Text und Fotos: Anne Wispler