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Kiezkünstler Uwe Bressem hat es mit Marken

Er nennt sich "notorisch bekannter Markenkünstler". Unter dem Motto "Unsere Zeitung ist eine Marke" ruft Bressem nun zu einigen originellen Kunstaktionen auf, bei denen jeder mitmachen kann – Werbung für den Kiezboten inklusive. Uwe Bressem kann es einfach nicht lassen, kleine Kunstwerke auf gummiertes und perforiertes Papier zu bringen. Der Charme der Marken liegt zum Einen an der graphischen Qualität der Markenmotive und zum Anderen in der Tatsache, dass Bressem jede einzelne per Hand auf seiner uralten Föllmer-Perforationsmaschine herstellt.
 
Bei der Stadtteilzeitung "Kiezbote" hat der Künstler das Motto ausgegeben: "Unsere Zeitung ist eine Marke". Vielleicht weil unser charmantes Kiezblatt ein unverwechselbares Markenprodukt ist? Wir erklären hier, was es mit den Zeitungsmarken, mit "Mailart" und der Kunstpost-Station auf dem Kulturfest am 4.9.2005 auf sich hat.

1. die Zeitungsmarke:
Solche Postwertzeichen wurden früher speziell für die Zustellung von Zeitungen verwendet und auf eine Banderole oder direkt auf die Zeitung geklebt. Nun wird eigens für den Kiezboten eine neue Zeitungsmarke herausgegeben. Sie ziert "Klein Hermes", ein Kiezfabelwesen, das dem gleichnamigen Götterboten ähnelt. Zusammen mit Aktiv im Kiez e.V. hat die Stadtteilzeitung "Kiezbote" dieses kleine Kunstobjekt auf dem Kulturfest am 4. September vorgestellt. Die Ersttagsausgabe der Zeitungsmarke gab es dort mit zugehörigem Ersttagsstempel, passender Postkarte und Souvenirstempeln. Entwurf und Handanfertigung natürlich: Uwe Bressem.

2. Mail Art:
"Mailart", zu deutsch "Postkunst" ist ganz einfach selbst zu machen. Sie nehmen eine Postkarte oder einen Brief, gestalten diese nach Lust und Laune – zum Thema "unsere Zeitung ist eine Marke" bitteschön – dann nimmt Ihre Einsendung automatisch an der Ausstellung teil, die im November 2oo5 in der Osterkirche startete. Bekannte und unbekannte Mailart-Künstler aus Japan, Malaysia, Spanien, USA und auch Berlin haben etwas geschickt. Kennzeichen von "Mailart" ist, dass keine Zensur oder Bewertung stattfindet - aber eine Dokumentation für alle Teilnehmer verspricht der Künstler. Einsendeschluss war der 15. Oktober 2005. (Über das Ergebnis lesen Sie hier.)

3. die Kunstpost-Station:
Ebenfalls während des Kulturfestes auf dem Sparrplatz konnten Anwohner und Besucher aus dem Sprengelkiez über die Kunstpost-Station kostenlos Grüße innerhalb des Quartiersmanagement-Gebietes versenden. Sie mußten nur am Stand eine Postkarte ausfüllen und dem Eigenzustelldienst des Kiezboten und Klein Hermes die Zustellung überlassen.

4. der Workshop:
Die im Kiez ansässige Künstlerin Heike Baptist machte im Rahmen der Kunstaktion "Unsere Zeitung ist eine Marke" zwei Workshops für Mädchen jeweils am 1. und 8. Oktober 2005. Mit Schere, Papier und Leim wurden sprachliche und motorische Fähigkeiten eingeübt und die von den Kindern hergestellten Collagen dann bei der Mailartausstellung (s.o.) gezeigt. Die Teilnahme war für die Kinder kostenlos.

Letzten Sommer hatte Uwe Bressem mit den liebevoll gestalteten "Zuckerscheinen" eine neue Kiez-Währung in Umlauf gebracht und mit der Bonbonpost und "Voll Süß" das 100jährige Bestehen des Zuckermuseums mitgefeiert. Vielleicht können wir seine Briefmarken ja auch bald bei der Deutschen Post oder der PIN AG kaufen? Aber auch zutiefst Philosophisches steckt hinter der Markenkunst, denn: "Die Perforation ist das einzig sichtbare Nichts".
 
Gefördert wurden diese Projekte durch das QM Sparrplatz mit Mitteln aus dem Programm "Soziale Stadt".

Text: Anne Wispler; Abbildungen: Uwe Bressem