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Freitag, 11.12.2015

Kartoffelsalat und Würstchen

Nussknacker dürfen nicht fehlen
die Engelhardt sorgen für weihnachtliches Ambiente
gemütliches Beisammensein ... fast wie in Familie

Montag 7.12.2015. Ich bin neu hier im Wedding. Auf dem Markt der Ideen habe ich zum ersten Mal vom lebendigen Adventskalender gehört. Lebendiger Adventskalender? Ja, dabei würden täglich wechselnde Nachbarn ihre Türen für ihre Nachbarn öffnen, erklärt mir Klaus Wolfermann, der seit Jahren den aus dem Programm Soziale Stadt über den Aktionsfonds finanzierten Adventskalender vorbereitet. Interessant, da geh' ich doch mal hin. Diesen Montag luden nun Sigrun und Jürgen Engelhardt ein, und das, wurde mir gesagt, sollte man sich nicht entgehen lassen. Also rauf aufs Fahrrad und dann ging es von der Gerichtsstraße aus in Richtung SprengelKiez.

Nach kurzem Suchen stand ich dann vor der Samoastraße 14 und wusste nicht so recht, was jetzt folgen sollte. Schon komisch, einfach mal so bei fremden Leuten zu klingeln. Allerdings hat mich die nette Weihnachtsdekoration im Hausflur schon einladend begrüßt und so stieg ich etwas mutiger in den dritten Stock hinauf. Großes Hallo an der Tür. Aha, da ist ja noch jemand, komm rein - was willst du trinken? Sofort roch ich die köstlichen Backwaren und Plätzchen. Ich wurde zum Wohnzimmer geführt, vorbei an Nussknackern und Pyramiden, um mich zwischen Blumenbildern und Familienporträts an einen großen runden Tisch zu setzen. Den angebotenen Glühwein habe ich fürs erste dankend abgelehnt. (In meinem Kopf hörte ich noch Cheffe sagen, ich soll nicht betrunken nach Hause fahren.)

Als neues Gesicht wurde ich direkt von allen bisher anwesenden Gästen neugierig beäugt und ausgefragt. Bloß gut, das ich den Glühwein verschoben habe. So erzähle ich flüssig zwei, drei Anekdoten über meine Arbeit und mein Leben und schon kamen neue Gäste, die die Gespräche in eine andere Richtung lenkten. Mehr Stühle wurden gebraucht und geholt und nachdem wir uns alle kenngelernt hatten, gab es auch das traditionell deutsche Weihnachtsessen: Kartoffelsalat mit Würstchen. Zwischen zwei Salaten und zwei verschieden dicken Würstchen konnte man sich entscheiden (oder auch alles probieren), wobei ich behaupten kann, dass alles fabelhaft schmeckte. Die Engelhardts haben echt an alles gedacht. Bis der Eklat des Abends kam, denn die vermeintlichen Geflügelwürste für die muslimischen Adventsgäste enthielten doch Schweinefleisch. Die Verkäuferin hatte zwar versichert, es sei alles halal, die Verpackung behauptete allerdings etwas anderes.

Nichtsdestotrotz war die Stimmung wie auf einer Familienfeier. Man hat sich zusammen drüber aufgeregt, um am Ende doch zu lachen. Gastgeschenke wurden verteilt und die insgesamt 14 Gäste, die auf allen möglichen Stühlen im Wohnzimmer der Familie saßen, haben sich mit Kiezklatsch und Infos sowie Glühwein bei Laune gehalten. Apropos: Zu den leckeren Speisen habe ich mir dann doch noch ein Heißgetränk genehmigt. Nach vier Würstchen, drei Glühwein und viel Kartoffelsalat und Plätzchen verabschiedete ich mich in die Kälte. Diese besinnliche Runde in einer doch sehr stressigen und einsamen Stadt war ein idealer Ausgleich und ich empfehle jedem Leser, sich aufzumachen und das Adventstürchen der Nachbarn zu öffnen.


Text/Fotos: Conrad Kirchner

 
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