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Donnerstag, 11.06.2015

Jung und Alt in Bewegung

Familiensportfest im SprengelPark

Eingang Familiensportfest
Viel los auf dem Sportfest
Slagline
Bogenschiessen
Kung Fu
Afro Aerobic
Hüpfburg
Dosenwerfen
Fußballslalom
Standweitsprung
Aikido
Freie Spiele
Giesskannenlauf
Lauf der Familie
Historischer Tanz
Stempelkarte
Goldmedaille

Sonntag, 31. Mai 2015. Sonne scheint, bisschen langweilig – raus an die Luft!

Mal schauen, was los ist. Ach so, Familiensportfest im SprengelPark? Da kann ich hin und nehme noch mein Töchterchen mit. Hey, es gibt einen Parcours und am Ende eine Medaille? Da ist Karlotta natürlich voll dabei.

 

Erste Station: Slagline. Ausrichter bwgt e.V. hat einen jugendlichen Betreuer abgestellt, der geduldig und kompetent die zahlreichen Gleichgewicht-Tester bei Laune hält. Ein paar Schritte vorwärts, dann dasselbe rückwärts auf dem flachen Seil. Sodann gilt es, auf dem Seil balancierend am Betreuer vorbei zukommen. Zu guter Letzt wird’s gemütlich: Sitzen auf dem Seil. Erstaunlich schnell und fehlerfrei bewegt sich Karlotta auf dem Seil und wird gelobt. Und schon prangt der erste Stempel auf der Karte. Weiter geht’s!

 

Das Fest ist Teil des Projektes „Gesund und Bewegt im Sprengelkiez“, das es seit 2013 im QM-Gebiet gibt. Es wird aus dem Programm Soziale Stadt finanziert. Das erste Familiensportfest wurde am 28.09.2014 veranstaltet und ist fester Bestandteil des Projektes. Es findet einmal im Jahr statt.

 

Zweite Station: Bogenschießen. Vom Abenteuerspielplatz Telux aufgestellt, laden zwei Strohballen-Zielscheiben dazu ein, Schützenqualitäten unter Beweis zu stellen. Eine nette Mitarbeiterin führt in die Technik ein und sogleich spannt meine Fünfjährige den Bogen. Fttttt, der Pfeil fliegt und fliegt und fliegt – daneben. Noch ein Versuch, schließlich beim dritten Mal ein Treffer. Glücklich nimmt Karlotta ihre Karte mit dem zweiten Stempel in Empfang. Nun gut, Bogenschießen müssen wir noch ein wenig üben wohl.

 

Das Sportfest wird organisiert von bwgt e.V., namentlich von Birgit Funke und Rouvena Jennrich. bwgt e.V. (ehem. BERLINbewegt e.V.) wurde im Jahr 1997 als Arbeitsgemeinschaft am Fachbereich Erziehungswissenschaften, Psychologie und Sport- wissenschaften der Freien Universität Berlin gegründet und im Jahr 2003 als Verein eingetragen.

 

Dritte Station: Kung Fu. Die Kampfsportart wurde vor 1500 Jahren von den Mönchen eines Shaolin-Klosters gegründet, weiß Wikipedia. Mal davon ab: Mein inneres Auge präsentiert mir Bruce Lee halb gebückt und mit nach vorne gedrehten Handflächen, mich wild entschlossen anstarrend. Ganz anders die freundlichen Betreuer vom intergalaktischen Kulturverein am Stand. Sie machen ein paar Bewegungsübungen mit Karlotta und sind begeistert. Offensichtlich wohnt ein Naturtalent in Sachen Beweglichkeit und asiatischer Kampfkunst unter meinem Dach. Obacht! Stempel und ab.

 

Bei bwgt e.V. arbeiten Pädagogen, Sportwissenschaftler, Gesundheitswissenschaftler und Planer (Architekten und Landschaftsplanern) zusammen – und vereinen somit Theorie und Praxis der Bewegung. Ziel ist die Förderung von gesundheitsorientierten Spiel-, Sport- und Bewegungsangeboten für alle Altersgruppen. Kinder und Jugendliche stehen allerdings besonders im Fokus. Deshalb arbeitet der Verein u.a. mit Schulen, Kindertagesstätten und Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche zusammen.

 

Vierte Station: Afro Aerobic. Na gut, dass das klappt, wusste ich schon vorher. Karlotta tanzt einfach gern und so ein cooler Beat, da wippt einfach jeder mit. Afro Aerobic besteht aus ein paar Gymnastik- und Dehnübungen zu Raggae-Musik. Kinder haben für den Rhythmus ein natürliches Gespür und gehen einfach mit. Stempel? Na klar.

 

Die meisten Bewegungsangebote auf dem Sportfest bieten Akteure aus dem Kiez an. Auf der Bekanntmachung von Bewegungsangeboten im Kiez liegt auch der Fokus des Festes. Deshalb ist die Beteiligung ortsansässiger Akteure auch so wichtig. Auffällig am SprengelKiez ist, dass es abgesehen von Aikido Dojo keinen klassischen Sportverein gibt. Um so mehr ist hervorzuheben, dass trotzdem eine breite Mitwirkung gelang. Einige Akteure wirkten auch im Hintergrund mit.

 

Fünfte Station: Hüpfburg. Da muss man kein Kind überreden, auch Karlotta ist Feuer und Flamme. Schnell aus den Schuhen raus und auf das Luftkissen. Hüpf, hüpf, hüpf und hüpf. Der Stempel ist leicht verdient.

 

Das Wetter ist bei Freilichtveranstaltungen immer ein Thema. Dieses Jahr hatten die Veranstalter Glück, es war sonnig aber nicht zu warm. Anders 2014. Da musste der erste Termin im Mai kurzfristig wegen Regen abgesagt werden. Das brachte natürlich einige Enttäuschung mit sich. Dennoch war das nachgeholte Fest im Herbst ein voller Erfolg.

 

Sechste Station: Dosenwerfen. OK, alle haben ihre Vorlieben und Talente. Werfen gehört bei Karlotta wohl noch nicht dazu. Von den zehn aufgestapelten Blechdosen fehlen nach drei Versuchen zwei. Aber Spaß hat es trotzdem gemacht und am Ende gibt es: einen Stempel.

 

bwgt e.V. berichtet, dass die Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Akteuren überwiegend sehr harmonisch läuft. Die Vernetzung unter den Akteuren ist sehr gut, sodass man sich bei der Suche nach einem geeigneten Ansprechpartner unterstützt. Ganz besonders ist das Engagement der Leo-Lionni-Grundschule. Hier nehmen sich die Lehrer auch am Sonntag Zeit, um Kindern den Spaß an Bewegung zu vermitteln.

Hervorzuheben sei im Kiez außerdem die Bereitschaft, Räume zur Verfügung zu stellen und bei der Umsetzung von Projekten – wenn nicht aktiv – passiv zu unterstützen. So ist die Zwischenlagerung von Gegenständen und die Möglichkeit des Auffüllens von Wasserkanistern im Sprengelhaus für ein Sportfest sehr viel Wert. Die Weddinger Kinderfarm stellte in diesem und im vergangenen Jahr Tische und Bänke zur Verfügung.

 

Siebte Station: Fußballslalom. Die Aktivisten von Narud e.V. haben einen kleinen Parcours aufgebaut, durch den sich Karlotta mit dem Ball schlängelt. Dem Vater geht’s nicht schnell genug, aber wie überall zählt: Dabei sein ist alles. Und die Fußball-WM der Frauen käme heuer ohnehin ein bisschen früh. Ein Stempel für die gelbe Karte und weiter geht’s.

 

Ein Familiensportfest am Sonntag – wie viele Kinder gehen da überhaupt hin? 143 Kinder und Jugendliche nahmen an den Mit-Mach-Aktionen teil, außerdem gab es 71 Läuferinnen und Läufer. Das ist eine klare Steigerung gegenüber 2014, als 124 Teilnehmer und 37 Läuferinnen und Läufer teilnahmen. Die Stationen waren durchweg gut besucht und beschäftigt, öfter mussten wir kurze Wartezeiten absolvieren. Ganz kleine Kinder im Alter von 1 Jahr machten genauso eifrig mit wie der älteste Teilnehmer mit 22 Jahren.

 

Achte Station: Standweitsprung. Aus dem Stand katapultieren sich die Kinder in die Sandgrube. 1,35 m ist Lottis weitester Versuch, sodass Tochter und Vater gemeinsam jubeln. Noch was vergessen? Ach so, der Stempel.

 

Der SprengelKiez ist durch das besonders hohe Engagement der Akteure im Kiez geprägt. Über das ganze Jahr verteilt gibt es kontinuierliche Angebote für alle Anwohner im Kiez und Interessierte. Hinzu kommen besondere Aktionen und Feste, zu denen auch das Familiensportfest zählt. Das ist in der Summe ganz schön viel. Bevor bwgt e.V. die Zusage eines Akteurs erhält, müssen diese erst einmal Terminkalender und Kapazitäten prüfen. So kommt es schon einmal vor, dass die Zusagen etwas zögerlich eintrudeln. Für das Team von bwgt e.V. ist das immer wieder spannend, wer nun am Ende mit dabei ist – hier muss man Nerven behalten.

 

Neunte Station: Aikido. Zwei große Matten, zwei ausgewachsene Herren als Trainer. Viele Zuschauer und mittendrin ein paar kleine Kinder, darunter Karlotta. Sie üben Rollen, Bewegungsabläufe, später Griffe. Halb wirft sie ihn, halb sank er hin: Karlottas Highlight ist, dass sie mit einer – freilich unterstützten – Grifffolge ihren Trainer auf die Matte presst. Schön, schöner, Stempel.

 

Das Projekt „Gesund und Bewegt im Sprengelkiez“ unterhält weitere Bewegungsangebote. Diese beziehen die räumlichen Möglichkeiten, die das Quartier bietet, ein und machen vorhandene Bewegungsmöglichkeiten bekannt und sichtbar.

Weitere kostenlose und offene Angebote sind:

- 1x wöchentlich Bewegungsangebot für Eltern und Kinder in den Räumlichkeiten der Beuth Hochschule (für Kinder ab 3 Jahre)

- 1x wöchentlich Bewegungsangebot für Eltern und Kinder in den Räumlichkeiten des Tanzsportstudios BALU (für Kinder bis 3 Jahre)

- Immer sonntags  von 14:30 – 17:30 offenes Bewegungsangebot für Kinder und Jugendliche -  das Sprengelmobil mit allerlei Bewegungsangeboten und –spielen ist abwechselnd auf dem Spielplatz am Sparrplatz und im SprengelPark

 

Zehnte Station: Freie Spiele. Lehrerinnen und Lehrern der Leo-Lionni-Grundschule geben hier Kindern Bälle, Balancier- und Wurfgeschirre, Reifen und vieles mehr und üben gemeinsam die Anwendung. Es ist eher ein Angebot für kleinere Kinder, aber Karlotta hat trotzdem Spaß. Mit Feuereifer versucht sie, mit einem Spanngeschirr einen Ball an andere Kinder weiterzugeben, ohne dass dieser herunter fällt. Dies gelingt mehrere Male. Stempel verdient!

 

Die bwgt e.V.-Angebote im Kiez werden von den Anwohnern sehr gut angenommen. Daher ist es wünschenswert, wenn diese nach Projektende erhalten bleiben. Hierzu gab es bereits gemeinsam mit dem QM Sparrplatz und dem Bezirksamt erste Überlegungen, im Moment geht es um konkrete Ideen.

 

Elfte Station: Gießkannenlauf. Zugegeben – so eine 10l-Gießkanne kann für eine Fünfjährige schon ganz schön schwer werden. Deshalb habe ich – psst! – meiner Tochter beim Tragen geholfen. Von der Pumpe vor dem SprengelPark holen wir das Wasser, das dann fünf mit Buchstaben markierte Bäume im Park tränken soll. Nacheinander konnten des Lesens kundige Kinder dabei das Wort "SCHÖN" dechiffrieren. Das kühle Nass aus den bewährten „Schöner Sprengelkiez“-Gießkannen tränkt die trockene Erde, Baum und Kind lächeln süß. Feuchter Händedruck, Stempel und ab zur letzten Station für heute.

 

Krönender Abschluss des Familiensportfestes ist der „Lauf der Familie“ um 17.30. Mehr als 70 Kinder, Jugendliche und Erwachsene gehen an den Start, um nochmals alles zu geben. Oder jedenfalls so viel, wie sie wollen. Immerhin wurde der eine oder andere Schweißtropfen gesichtet.

 

Zwölfte und letzte Station: Historischer Tanz. Lakaien öffnen die Türen zum festlich geschmückten Ballsaal, der König bittet zum Tanz. Solche Bilder sind es, die bei der alten Musik durch den Kopf schwirren. Was wir sehen ist der kiezbekannte Volkstanz-Exeget Oliver Herde, der mit fünf kleinen Kindern im Kreis tanzt. Allen liegt ein Lächeln auf dem Gesicht, Oliver versucht, ein paar einfache Schrittfolgen zu vermitteln. Das gelingt je nach Anspruch mehr oder weniger gut, aber ist das noch wichtig? Das Lächeln allein genügt – fast; denn es gibt ja noch einen Stempel! Den letzten übrigens und nun endlich kann die gefüllte Karte gegen die begehrte Medaille eingetauscht werden.

 

Karlotta ist so stolz als diese endlich an ihrem Hals baumelt!  Ein phantastischer Nachmittag liegt hinter uns. Und wenn Kinder eines dabei lernen dann dies: Bewegung macht Spaß!!

Johannes Hayner
 
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