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Unsere Filmdokumentation ist online!

Sie können ab sofort 17 Jahre Quartiersmanagement Sparrplatz in unserer filmischen Dokumentation Revue passieren lassen. Ansehen!

 

 


 

 

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Donnerstag, 01.12.2016

Ihr könnt stolz sein!

Der Markt der Ideen 2016 verabschiedet das Quartiersmanagement

17 Jahre QM Sparrplatz
Präsentation des Dokumentarfilms
Susanne Walz verabschiedet das QM
Wünsche für den Sprengelkiez...
Speed Dating beim MDI
musikalische Einlage
das Buffet wird eröffnet

Manchmal ist es ja nicht schlecht, nicht zu viel über etwas zu wissen, um es zu beurteilen. Manchmal ist er überaus wertvoll, der Blick von außen. Daher schickten wir Valentine aus Groitzsch bei Leipzig am vergangenen Donnerstag auf den Schlussakkord des QM-Sparrplatz ins Epizentrum des interkulturellen Nachbarschaftsaustausches, das Sprengelhaus. Der letzte "Markt der Ideen" aus der Sicht einer16 Jährigen Schülerpraktikantin:

Was ist ein Kiez? Eine Frage, die ich mir oft in meinen Anfangstagen hier in Berlin stellte. Denn da, wo ich herkomme, gibt es so etwas nicht, geschweige denn ein Quartiersmanagement. Ich bin Praktikantin bei georg+georg, wohne aber in Sachsen und habe erst jetzt durch diese zwei Wochen hier Kieze und dergleichen kennengelernt.

Durch den Markt der Ideen und durch die Zusammenarbeit mit dem QM-Team Sparrplatz konnte ich mir als Außenstehende ein gutes Bild davon machen: Ein Kiez ist eine kleine Gemeinschaft inmitten einer anonymen Großstadt, in der sich manchmal nicht einmal die Nachbarn kennen. Im Kiez wird der Fokus auf Zusammenarbeit, Unterstützung und Wertschätzung gelegt.

Der Markt der Ideen ist eine Veranstaltung im Sprengelkiez, hier gleichbedeutend mit dem Quartiersmanagementgebiet Sparrplatz, in der man Partner für Projekte finden kann und sich näher kennenlernt. Diese Mal gab es aber nicht nur die übliche Veranstaltung, sondern auch eine Verabschiedung des QM-Teams Sparrplatz, das sich am Ende diesen Jahres nach 17 Jahren auflösen, "verstetigen" wird.

Um diese Jahre noch einmal Revue passieren zu lassen, wurde im Auftrag des QM’s eine filmische Dokumentation von georg+georg angefertigt, die heute auf dem Markt der Ideen Premiere feiert. Der Spiegelsaal des Sprengelhauses ist bis auf den allerletzten Platz besetzt und das Bild wird großformatig auf die komplette Stirnseite projiziert. Für den guten Ton vor Ort sorgt Narcisse Djakam vom Verein iNTEGRiTUDE. Was zu sehen ist, hat einen langen Entstehungsprozess hinter sich: Die Dreharbeiten dauerten etwa ein dreiviertel Jahr. Über 20 Interviews mit Akteur*innen, Projektträger*innen, Bewohner*innen, Politiker*innen wurden geführt, die ein Gesamtbild vom QM-Prozess an sich und von der QM-Arbeit im Kiez erzeugen. Durch den Film führen ein Moderator, Volker Kuntzsch und Michael Langer, leitender Quartiersmanager des QM Sparrplatz. Der etwa 30minütige Film zeigt verschiedene Stationen des Quartiers - realisiert durch eine Zeichentrickminiatur des Moderators, die über die etablierte Sprengel-Kiezkarte spaziert. Der Film befragt viele Akteure nach ihren Projekten, ihrer Einschätzung der Entwicklung ihres Kiezes und ihren Wünschen. Durch diese Stimmen, aber auch durch viele Bilder, aufgenommen in drei Jahreszeiten, spiegelt die Dokumentation das Leben im Kiez wider, aber auch das Zusammenarbeiten und das Für- und Miteinander, was diesen Kiez meiner Meinung nach ausmacht. Das Publikum war gerade zu begeistert wie der Kiez in dieser Reportage dargestellt worden ist. Es gibt neben den vielen schönen Aktionen, die dieser Kiez bietet, dann noch eine Problemfrage aus dem Publikum: „Wie können wir die steigenden Mietpreise stoppen?“ Diese Problemstellung wird in dem Film nicht ausgelassen, da sie viele Bewohner*innen betrifft. Eine finale Antwort auf diese Frage bietet die kurze Gruppendiskussion allerdings genauso wenig wie der Film.

Nach der Vorführung des Films wurden die einzelnen Mitarbeiter des QM Sparrplatz und ehrenamtliche Helfer von Susanne Walz, Geschäftsführerin der L.I.S.T. GmbH, geehrt und verabschiedet. Die L.I.S.T. GmbH hat in den letzten neun Jahren das QM im Auftrag des Berliner Senats organisiert. Ein schönes Bild: Susanne Walz verteilte rote Regenschirme - frei nach dem Motto, auch wenn wir nun gehen, so lassen wir euch nicht im Regen stehen.

Auf diese Zeremonie folgte das sogenannte Speed Dating, eine rotierende Vorstellungsrunde auf Papphockern in einem gemütlich beleuchteten Raum. Hier konnten die Teilnehmer*innen in ihrem Leben und Handeln nach Gemeinsamkeiten suchen und sich näher kennenlernen.
Dann gab es ein vielseitiges Buffet. Am besten schmeckte mir das orientalisch gewürzte Hühnchen! Lecker!

Im Eingangsbereich des Festes, dem Nachbarschaftsladen, gab es eine Tafel, auf der stand: „Das wünsche ich dem Spengelkiez ...“ Hier konnte jeder Gast seine persönlichen Wünsche für den Kiez formulieren und mit einem Foto von sich individualisieren und verfeinern. Die Stimmung war eigentlich nicht sehr traurig (wie man es für einen Abschied vermuten könnte). Im Gegenteil. Überall, wo ich hinsah, unterhielten und diskutierten die Menschen lebhaft.

Ich kenne den Sprengelkiez zwar erst seit zwei Wochen, aber ich wünsche ihm alle Gute und dass all die viele guten, sozialen Projekte erhalten bleiben und der Zusammenhalt trotz der Tatsache, dass das QM ihn verlassen wird, bestehen bleibt. Alle Bewohner*innen, die mitgeholfen haben und mithelfen, diesen Ort so zu gestalten, dass man hier gern wohnen möchte, können wirklich stolz auf sich ein, auf alles, was sie hier geschafft und geschaffen haben.


Text und Fotos: Valentine Schmidt

 
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