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Montag, 13.03.2006

Hilfe im Behördendschungel – das Modellprojekt "die Brücke"

Lotsenteam
Das Lotsenteam 2006. Foto: Julia Mussgnug

"Die Brücke", ein ganz neuartiges Modellprojekt, hilft Menschen ausländischer Herkunft, sich im Berliner Behördendschungel zurecht zu finden. Es soll die Kluft zwischen den Zugezogenen und der öffentlichen Verwaltung überwinden helfen und zur Selbsthilfe befähigen.
Konkret geht es darum, Bewohner des Kiezes zu informieren und zu unterstützen, die öffentlichen Hilfs- und Beratungsangebote wahrzunehmen.

Hilfsangebote sind nicht immer leicht zu finden

"Wer kann mir erklären, wie ich mein Recht bekomme?"
"Wo finde ich Hilfe bei chronischer Krankheit?"
"Wen frage ich um Rat bei familiären Problemen?"

Für solche und ähnliche Fragen bieten die Berliner Behörden eine Vielzahl von Dienstleistungen bei verschiedenen Beratungsstellen. Diese vermitteln soziale Angebote, Betreuung oder direkte finanzielle Hilfen wie Wohngeld oder Rente. Sich im sprichwörtlichen Behördendschungel zurecht zu finden, ist aber gerade für aus anderen Ländern Zugezogene nicht leicht. Nicht nur Unkenntnis, auch allgemeine Scheu vor Ämtern hindern manchen daran, sich an diejenigen zu wenden, die als Dienstleister für ihn zuständig sind.

Das wird sich jetzt für die Migranten aus dem Sprengelkiez ändern. Seit Oktober 2005 gibt es das Projekt "die Brücke", das gleich mit acht sogenannten "Lotsen" tatkräftige Unterstützung für ausländische BewohnerInnen anbietet. Die gestandenen Frauen und Männer wurden ganz speziell dafür ausgebildet, zwischen den örtlichen Behörden und den MigrantInnen, ihren Organisationen und Projekten zu vermitteln.

Aktuelle Infos über das Projekt "Die Brücke" gibt es auf der Homepage des Bezirksamtes Berlin-Mitte:

Alle Lotsen haben selbst, wie man so schön sagt, "Migrationshintergrund", d.h. sie kamen aus anderen Ländern zu uns. Seitdem haben sie viele Erfahrungen gesammelt, die nun zusammen mit ihrer speziellen Ausbildung anderen Zugezogenen die Orientierung in der Berliner Angebotslandschaft erleichtern sollen. Die Teilnehmer wurden entsprechend der nichtdeutschen Bevölkerungsstruktur im Kiez ausgewählt: vier sind aus der Türkei, zwei sind arabischer, einer serbokroatischer und einer afrikanischer Herkunft. Alle haben gute Deutschkenntnisse und waren arbeitslos, einige wohnen selbst im Kiez. (Weiter unten stellen wir Ihnen alle Lotsinnen und Lotsen kurz vor!)

  • Der Begriff "Lotse" kommt ursprünglich aus der Seefahrt (engl. loadsman = Geleitsmann). Ein Lotse ist in der Seefahrt meist ein erfahrener Seemann mit mehrjähriger praktischer Erfahrung, der bestimmte Gewässer so gut kennt, dass er die Führer von Schiffen sicher durch Untiefen und an Hindernissen vorbei leiten kann. Quelle: www.wikipedia.de

Das Fortbildungsprogramm wird für alle Lotsenprojekte in enger Kooperation mit dem Bezirksamt Mitte organisiert und ist in dieser Form einzigartig. Die Schulung und Zusammenarbeit basiert auf dem gegenseitigen Respekt zwischen den Lotsen und den Ämtern.

Während der Ausbildung lernen die Lotsen z.B. etwas über rechtliche Grundlagen, über den Aufbau und die Ansprechpartner des Bezirksamtes Mitte und die Leistungen der Bürgerämter. Die insgesamt 35 Unterrichts-Bausteine werden in der Regel durch ganz praxisnah tätige Fachkräfte des Bezirksamtes gestaltet. Diese wissen durch die tägliche Arbeit in ihren Sprechstunden sehr genau, welche Schwierigkeiten es gibt und wie man sie überwindet. Interessierte Migranten werden dann von den Lotsen des "Brücke"-Projektes nicht nur über die Versorgungssysteme im Bezirk informiert, sondern in die Lage versetzt, diese in Zukunft selbständig in Anspruch zu nehmen (Hilfe zur Selbsthilfe).

Ein weiteres wichtiges Element, das dem QM natürlich besonders am Herzen liegt, ist das Aufzeigen von praktischen Möglichkeiten, sich in die Gestaltung des eigenen Kiezes einzubringen (z.B. in Bürgerrunden wie Quartiersrat, Aktionsfonds oder Kiezredaktion) und nachbarschaftliche Kontakte unter den Bewohnern unterschiedlicher Nationalitäten zu entwickeln. Denn es ist nicht ausreichend bekannt, dass z.B. auch Bürger ohne deutsche Staatsbürgerschaft und damit ohne Wahlrecht in unserem Bezirk direkt an wichtigen Entscheidungen mitwirken können, um das Leben im Bezirk zu verbessern.

Die Lotsen werden sich in den nächsten Wochen im Kiez vorstellen, indem sie Schulen, KITAS, Jugendzentren und andere wichtige Einrichtungen besuchen. Bis Ende Oktober 2006 ist ihre Bezahlung über das Jobcenter Mitte gesichert. Dank ihres persönlichen, hohen Engagements werden sie ihr Wissen auch danach weiter geben, hoffentlich in einer bezahlten Position. Ein Faltblatt informiert in fünf Sprachen über das Lotsenangebot und wird in die Haushalte und ist in verschiedenen Einrichtungen und im QM-Büro erhältlich (Download des Flyers im pdf-Format weiter unten).

Auch in anderen QM-Gebieten wurde das im Sprengelkiez entwickelte Projekt umgesetzt, z.B. in Tiergarten-Süd.

Das Lotsen-Projekt in Tiergarten-Süd

Artikel zum neuen Lotsenbüro in Moabit (2008)

Projektleitung:

Projektleiter

Fahri Baykara

Muttersprache Türkisch, seit 25 Jahren in Deutschland, Abitur in der Türkei, verheiratet, 2 Söhne (13 und 3 Jahre alt), Diplom-Sozialpädagoge, langjährige Erfahrung in Kinder-, Jugend- und -Erwachsenenarbeit im Migrationsbereich.

Kontakt:
bildungsmarkt e. V., Fahri Baykara
Tel.: 030 / 60 50 30 98, lotsen-sprengel@web.de

Das Lotsenteam Sprengelkiez

Müllerstraße 158, 13357 Berlin
Telefon: 030 / 6050 3098
Fax: 030 / 6050 3102
lotsen-sprengel[at]web[.]de

 
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