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Montag, 17.10.2016

Hallo, wir sind da!

Das Projekt "Flagge zeigen" präsentiert seine Exponate im Studio_Berten

Berten und Bressem vor ihren Flaggen
Alte Exponate werden abgehängt
Vor dem Studio_Berten
Öffentliche Flaggung am Nordufer
Bressems Vorgarten
Ausstellungseröffnung im Studio_Berten
Nachdrucke der Flaggen können auch käuflich erworben werden

Alles verändert sich. Ständig. Unser Kiez verändert sich. Die Menschen, die in ihm leben, verändern sich. Und auch der Kunstmarkt verändert sich.

In diesem Sturm neuer Herausforderungen halten zwölf Kunstschaffende ihre Flaggen in den Wind und wollen damit zeigen: „Liebes Umfeld, wir sind auch noch da! In Vielfalt, in Individualität und in euch!“

"Flagge zeigen" ist der programmatische Titel des Projekts. Initiiert wird es vom Künstler Uwe Bressem und von Christoph Berten, dem Besitzer des Studio_Berten. Beide begrüßen mich im Studio_Berten, ehemals Milchladen und Schusterei. Jetzt werden sie dort zum letzten Mal flaggen. Trotz der bevorstehenden Vorbereitungen nehmen sich die beiden die Zeit, von ihrem Projekt zu erzählen. "Flagge zeigen" bedeutet, dass lokale Künstler*innen die Gelegenheit bekommen, ein Kunstwerk zu gestalten, das dann auf eine Flagge übertragen und daraufhin im öffentlichen Raum präsentiert wird. Was die Flaggen zeigen - digitale Kopien eines Fotos, einer Grafik, eines Gemäldes - bleibt den Beteiligten überlassen. Das Ziel des Projektes ist es, die Kommunikation im Kiez anzuregen und zu stärken sowie Ortsansässige miteinander zu verbinden.

So fand seit Projektbeginn im Mai 2016 ein reger Austausch statt. Damals zogen die beiden mit Handzetteln auf der Suche nach interessierten Künstler*innen durch den Kiez. „Meine Intention dabei war es, Künstler, die nicht so präsent im Kiez sind, Flagge zeigen zu lassen“, erzählt Kiezurgestein Bressem. Von anfänglich 30 angesprochenen Künstler*innen kristallisierten sich 12 Interessierte heraus. Sie hatten bis August Zeit, ihre Bilder einzureichen. „Außer dem Format gab es keinerlei Vorgabe“ berichtet der gelernte Mediengestalter Berten.

Alle Werke wurden digitalisiert und anschließend auf Fahnen gedruckt. „Uns ging es darum, mit technischen Mitteln zu arbeiten, also die Kunstwerke zu reproduzieren“, erzählt Bressem. Eine unterschwellige Systemkritik, die hier sichtbar gemacht werden soll. „Der Trend geht dahin, schon Vorhandenes zu vervielfältigen, aber nichts mehr neu zu schöpfen“, sagt Bressem. „Das Publikum ist eines, dass mit eigenständigen, individuellen Sachen nicht mehr gut umgehen kann. Sie laufen eher durch die Ausstellungen und fotografieren mit ihrem Handy oder ihrer Kamera, um die Bilder posten zu können und nehmen das als Entertainment. Aber sie sind nicht kaufstark und konzentrieren sich eher auf Nick-Nacks.“

Und solchen "Schnickschnack" wollen die beiden Kiezbewegten gerade nicht anbieten: „'I like - I dont like' wie bei Facebook ist uns egal. Uns kann man nicht einfach wegklicken“, schmunzelt Bressem. Deshalb wurde am 11. September 2016 erstmals öffentlich „Flagge gezeigt“. Alle zwölf Flaggen wurden anlässlich des Kulturfestivals „2 Tage Wedding“ und dem gleichzeitig stattfindenden Weddingmarkt am Nordufer zwischen Bäume gespannt ausgestellt. „Es war sehr motivierend“, berichtet Bressem, dessen Vorgarten als Anlaufpunkt an diesem Tag fungierte. „Von elf Uhr morgens bis sieben Uhr abends war der Vorgarten voll und es  entstanden viele Dialoge und Diskussionen.“

Von einer abstrakten Stadtkarte über Wasserstoffplasma bis hin zu einem auf dem Kopf stehenden Kopf; die Fahnen sorgten für viel Gesprächsstoff. Und auch die beiden Urheber des Projektes gestalteten ihre eigene Flagge, ganz ihren Neigungen entsprechend.

Heute soll nun die letzte Ausstellung der Flaggen ab 15. Oktober vorbereitet werden. In dem gemütlichen Studio- und Wohnzimmer richtet das eingespielte Team alles für die Eröffnung ein. Bilder vorheriger Ausstellungen werden abgehängt, die Anordnung der Flaggen konzeptionell überdacht und die Exponate fachmännisch angebracht. Bis zum 27.Oktober 2016 werden die Flaggen noch in den Räumlichkeiten des Studio_Berten in der Torfstraße 11 gezeigt.

Gefördert wurde das Projekt durch den Sprengelkiezfonds 2016, der im Rahmen der Verstetigung des Quartiersmanagement Sparrplatz eingerichtet wurde. Daraus wurden die Materialkosten für die Herstellung der Flaggen sowie der Druck eines Ausstellungskatalogs mit einer Auflage von 100 Stück finanziert.

Für die beiden Initiatoren war es die erste Zusammenarbeit. So wie die anderen Projektbeteiligten von „Flagge zeigen“ wollten auch sie sich mit dem Projekt als feste Ankerpunkte im Kiez präsentieren und sagen: „Hallo, wir sind da!“. Im Studio_Berten finden beispielsweise regelmäßig öffentliche Lesungen, Konzerte und Tanzperformances statt. Und auch Bressem, der sein Atelier in den ehemaligen Räumlichkeiten des Irish Pub am Nordufer hat, öffnet zu besonderen Terminen seine Tür für alle.

Gut, dass es solche „Inseln“ im Sturm der Veränderungen gibt. Es liegt an Ihnen, sie anzusteuern und „Flagge zu zeigen“.


"Flagge zeigen" noch bis 27.10.2016, täglich 11:30 bis 19:00 Uhr im Studio_Berten, Torfstraße 11.

Text: Sophie Rothbarth
Fotos: Uwe Bressem, Christoph Berten, Yiannis Pappas, Sophie Rothbarth

 
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