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Donnerstag, 03.12.2015

Gut vernetzt

Der vierte Markt der Ideen im SprengelHaus

Özlem Ayaydinli eröffnet den Markt der Ideen 2015
Die Zuschauer hören gebannt zu
Paula Salomo stellt ihre Arbeit vor
Schematische Darstellung des Kooperationsnetzwerkes SprengelKiez von Paula Salomo
Hingucker Fotowand
Josephine Roth und Narcisse Djakam von iNTEGRiTUDE
Nachbarn
Beim Diskussionscafé
Aufmerksames Zuhören gehört dazu
Beim Speed-Dating wurde es dunkel
Scharfe Gedanken, verwackelte Bilder beim Speed-Dating
Ein Ort der Begegnung
Gemeinsam spinnen am Nachbarschaftsnetzwerk
Bleibt ein Knotenpunkt im Kieznetzwerk - Die Sprengelstraße Nr. 15

Der Markt der Ideen ist für den SprengelKiez das, was Woodstock für Hippies ist. Na ja. Oder das, was ein WM-Halbfinale für Fußballfans ist. Jedenfalls: ziemlich wichtig. Einmal im Jahr trifft sich hier alles, was zwischen Luxemburger Straße und S-Bahn, zwischen Müllerstraße und Nordufer aktiv ist, um sich kennen zu lernen, Ideen  auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und einfach Spaß zu haben.

Seit vier Jahren lädt das Quartiersmanagement (QM) immer im November ins SprengelHaus, um dort an der Zukunft des Kiezes und der Vernetzung der Akteure zu feilen. Mit schöner Regelmäßigkeit kommen die Geladenen, jeweils neu zusammengesetzt und mit aktuellen Projekten. Erste Station für alle Teilnehmer ist die Anmeldung mit anschließendem Selfie-Fotoshooting per Fernauslöser. Die oft originellen Fotos wurden direkt ausgedruckt und an eine Wand gepinnt. Es entstand ein Potpourri an Kieztypen, und wer genau hinschaut, erkennt auch die Qualitäten des Kiezes: Vielseitigkeit, Offenheit, Kreativität.

Dieses Jahr gab es 71 Voranmeldungen, mehr als 50 Projekte, Initiativen und Vereine hatten ihr Kommen angekündigt. Die Enge im Spiegelsaal des SprengelHauses bei der Begrüßung durch QM-Teamleiterin Özlem Ayaydinli lässt darauf schließen, dass noch einige mehr gekommen sind. Kurz und knackig begrüßt Frau Ayaydinli das Publikum, das im Laufe des Abends zum Akteur wird. Doch zunächst kann man noch zuhören – Paula Salomon, Studentin der historischen Urbanistik an der Beuth-Hochschule – stellt ihre Masterarbeit zum Thema Vernetzung im SprengelKiez vor. In dem Vortrag wird klar, dass sich einige Knotenpunkte des Kiezlebens herausgebildet haben, mit denen sehr viele Akteure im Austausch stehen. Wichtig sind etwa das SprengelHaus, die Osterkirche und der Telux-Abenteuerspielplatz. (Zur Masterarbeit von Paula Salomon erscheint demnächst ein Interview auf dieser Seite) Gut informiert und besser vernetzt gehen die Akteure in die erste Pause.

Danach geht es weiter mit einem Parforceritt durchs Kiezleben bzw. durch viele Kiezakteurs-Leben. Speed-Dating! Allerdings fischt man hier statt nach Lebenspartnern nach Kiezkontakten und -neuigkeiten. Und wird garantiert fündig. Drei Minuten hat jede Paarung Zeit, sich kennenzulernen, Informationen und Mailadressen auszutauschen oder an bereits vorhandene Gesprächsfäden anzuknüpfen. Praktisch sieht das so aus, dass auf zwei sich gegenüberstehenden Stuhlreihen nach drei Minuten eine Reihe sitzen bleibt, während die andere einen Platz weiter rutscht. Licht aus - quatschen; Licht an - rutschen. Unten finden Sie den Erfahrungsbericht von Maja Schudi, die das Speed-Dating 2015 zum zweiten Mal miterlebt hat.

Bei der großen Teilnehmerzahl konnten längst nicht alle am Speed-Dating teilnehmen. Gleichzeitig wurde deshalb das wieder einmal extrem leckere Buffet eröffnet (Dank an den Nachbarschaftsladen für die tatkräftige Unterstützung) und es entstanden lockere Gesprächsrunden in wechselnden Konstellationen. Am Lach- und Gickel-Pegel (8 bis 9) war das große Wohlgefühl der Besucher abzulesen.

Gestärkt und gesättigt sollte es nun zum dritten Teil des Abends kommen, dem Diskussionscafé im Gymnastiksaal. Die Sättigung war bei vielen wohl zu stark oder die Gespräche zu interessant, jedenfalls fanden nicht alle den Weg zurück in den hinteren Bereich des SprengelHauses. Aber es gab ja  genug Teilnehmer, sodass die drei Gesprächstische zu den Themen Vernetzung, Runder Tisch Sprengelkiez und Ehrenamt trotzdem gut besetzt waren. An allen Tischen wurde intensiv gearbeitet. So entstand am Vernetzungstisch eine Karte, auf der mit Hilfe farbiger Bindfäden die Verbindungen zwischen Akteuren im Kiez und die Qualität dieser Verbindung dargestellt wurde. Freilich ist diese Karte nur eine Momentaufnahme - und auch noch unvollständig. Denn die Akteure - man hat es ja gerade live vor Augen - sind so zahlreich, dass die Darstellung sämtlicher Beziehungen zwischen ihnen jede Schematisierung in ihrer Komplexität überfordern würde. Auch am Ehrenamtstisch wurde viel gearbeitet. Es ging um Anforderungen an ehrenamtliches Engagement und vor allem um Möglichkeiten, ehrenamtliche Arbeit zu erleichtern und von bürokratischen Hindernissen zu befreien. Tenor: "Nur mit Ehrenämtlern ist Kiezarbeit nicht leistbar!" Der Diskussionstisch zum Runden Tisch schließlich war auf der Suche nach Ideen, wie der Kiez weiter voran zu bringen ist, gerade vor dem Hintergrund der Verstetigung.  Ideen, die dabei entstanden waren etwa lokale Künstlerförderung, Poetry Slam-Workshops und -Veranstaltungen, gemeinsames Aufräumen des SprengelParks, eine Facebook-Gruppe zur Vernetzung im SprengelKiez sowie die Facebook-Seite "Kunst und Kultur im Sprengelkiez" bekannter zu machen.

Nach insgesamt gut vier Stunden wurde der Markt der Ideen dann mit einem kurzen Schlusswort beendet. Beim gemeinsamen Aufräumen danach wurde klar: In diesem Kiez geht vieles zusammen, auch das Stühle- und Tischeschleppen. Özlem Ayaydinli vom Quartiersmanagement Sparrplatz zieht eine positive Bilanz der Veranstaltung: "Wir freuen uns über die erneut rege Teilnahme und die Vielfältigkeit. Ich habe das Gefühl, dass alle Spaß hatten und viele Gesprächspartner gefunden haben. Gleichzeitig beschleicht mich auch eine gewisse Wehmut, weil es das vorletzte Mal ist, dass wir dieses etablierte Format als QM veranstalten. Um so stärker ist unser Wunsch, dass sich Möglichkeiten finden, den Markt der Ideen auch nach der Verstetigung weiter zu veranstalten."

 

Maja Schudi, die bei georg+georg den Kiezboten setzt und die Bürgerredaktion betreut, berichtet über ihre Eindrücke beim Speed-Dating:

„Beim Speed-Dating geht alles sehr schnell, wie der Name schon sagt. Man hat drei Minuten Zeit für ein Gespräch. Viel oder wenig, denke ich noch … Schon geht das große Licht aus. Signal für den Start. Ich bin gespannt, wer mein erster Gesprächspartner sein wird.

Kaum sitze ich auf einem der Hocker, kommt eine Frau auf den Platz gegenüber. Sie ist Anwohnerin und wohnt noch nicht lange im Kiez. Sie interessiert sich für die Aktivitäten im Kiez und möchte mehr über den Kiezboten erfahren. Diese drei Minuten geben mir die Chance, ein neues Redaktionsmitglied zu gewinnen. Sie ist angetan von den Möglichkeiten, die sich hier bieten.

Nach drei Minuten geht das Licht an – Platzwechsel. Ich darf bleiben, der Platz mir gegenüber wird neu besetzt. Sibylle Soyka, Inhaberin des Yoga-Zimmers, kenne ich nur vom Namen. Daher freue ich mich über den ersten persönlichen Kontakt. Wir erzählen kurz über unsere Arbeit und ich biete ihr an, im nächsten Kiezboten über ihre Arbeit als Yogalehrerin und ihre Erfahrungen mit Yoga zu schreiben.

Das Licht geht an. Kurz Zeit, um etwas zu trinken. Schon geht es weiter. Als nächstes lerne ich Saskia Kenter kennen, die beim Kiezboten-Transfermarkt regelmäßig ihre Anzeige schaltet. Wir freuen uns, dass wir uns hier persönlich kennenlernen und sie berichtet kurz über ihre neuesten Eltern-Kind-Kurse.

Dann sitzt mir plötzlich Gerhard Hagemeier vom Runden Tisch SprengelKiez und von der Konfliktagentur gegenüber. Wie praktisch, denke ich, weil ich unbedingt mehr darüber wissen wollte. Herr Hagemeier erklärt mir kurz die Bedeutung des Rundes Tisches und mit diesen neue Netzwerkinfos geht auch diese Runde schnell vorüber.“

Licht an!“

Text: Johannes Hayner, Maja Schudi, Fotos: Johannes Hayner, Volker Kuntzsch
 
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