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Dienstag, 23.09.2014

Gaukler, Artisten, Alchemisten und Kinder

Das große Kinderfest in TELUX und Kinderfarm am 6. September

Dieses Plakat lud Kinder und Eltern zum Fest ein
Die Akrobaten des Kinderzirkus Pannini
Die Band Colinda sorgte für gute Stimmung
Die Wahrsagerin war eine der Hauptattraktionen
Die Ausrichter Maria Richter vom TELUX und Siegfried Kühbauer von der Kinderfarm

Es ist nun schon ein paar Tage her, aber ein Rückblick lohnt allemal. Denn auch dieses Jahr wieder waren Kinderfarm und Telux an einem September-Samstag mit vielen, vielen Menschen bevölkert. An jedem zweiten Samstag nach Ende der Sommerferien haben Weddinger Kinder und ihre Eltern schon etwas vor: Es steigt das große gemeinsame Kinderfest von Telux und Kinderfarm an der Ecke Tegeler/Luxemburger Straße. Dieses Jahr gab es die 26. Ausgabe und sie stand ihren Vorgängern um nichts nach. Eine große Party für Klein und auch ein klein bisschen für Groß.

Thema des Festes war das Mittelalter. Aber nicht in dem Tenor wie die vielen Mittelalterfeste im Land, die diese durchaus auch schreckliche Zeit verklären und verkitschen. Stattdessen gab es bei Kinderversammlungen im Vorfeld eine intensive inhaltliche Auseinandersetzung mit dieser Epoche der europäischen Geschichte. Und der zunächst vorgetragene Wunsch einiger Kinder nach einer symbolischen Hexenverbrennung mit Strohpuppe wurde hernach stillschweigend zurückgezogen.

Auch die 72. Ausgabe der TELUX-Zeitung widmete sich dem Mittelalter, respektive: „Hexen, Drachen, Zauber her – Burgen machen ist nicht schwer!“ Darin ist auch eine geschichtliche und sozialhistorische Einordnung des Mittelalters, aus der auch Erwachsene noch viel lernen können. Oder wer kennt zum Beispiel den Ursprung der heute noch geläufigen Redewendung „Jemandem das Handwerk legen“? Dies kommt vom mittelalterlichen Zunftrecht, das den Zünften die Möglichkeit eröffnete, Mitgliedern, die gegen die Handwerksregeln verstießen, zur Niederlegung ihres Handwerks zu zwingen.

Ungefähr 1200 Besucher fanden sich also trotz oder wegen des guten Wetters mit strahlend blauem Himmel und gut 25° Celsius am Telux ein, um gemeinsam das Kinderfest zu feiern. Und zu feiern gab es einiges: 27 verschiedene Angebote, erarbeitet in Kooperation mit elf Einrichtungen aus dem Kiez gab es zu bestaunen, zu begehen, zu bespielen – und für uns zu beschreiben. Das Angebot reichte von Bungee-Running, Alchemisten mit knalligen Angeboten, einer Wippe, Hufeisen-Werfen über  Kinderklettern unter Anleitung, Ritterturnier-Spiele und Wasserschöpfen bis hin zum Ritterhelme bauen. Und dann gab es noch das verrückte Spiel: „Klopp die Erbse“, bei dem es darum ging, eine Erbse, die aus einem vorgefertigten Kanal kullert, mit einem Hammer zu zermatschen. Sehr lustig, aber auch nicht so einfach, wie es sich anhört.

Eröffnet wurde das Fest von der Stadträtin für Jugend, Sport und Facility Management, Sabine Smentek. Mit einem Hexenbesen in der Hand kündigte sie an, dem Kinderfest nicht durch überlanges Reden die Zeit stehlen zu wollen, was sie dann auch einhielt. Einen funktionstüchtigen Hexenbesen wünschte sie sich für ihren Arbeitsalltag, dann wüsste sie, woher sie das Geld für die vielen förderwürdigen Projekte bekäme, die aufgrund der knappen Mittel fortlaufend zu kurz kommen. Kinderfarm-Koordinator Siegfried Kühbauer freute sich aber, denn "erstmals wurde in einer öffentlichen Ansprache von Seiten des Bezirks denjenigen gedankt, die dieses Fest ausrichten."

Diese Ausrichter, Maria Richter vom TELUX und Siegfried Kühbauer von der Kinderfarm, sind rundum zufrieden mit dem Verlauf: „In all den 26 Jahren gab es hier noch nie nennenswerten Stress auf dem Kinderfest – und das in einem sogenannten Problemkiez! Das war dieses Jahr nicht anders und dazu kam, dass wir wie eigentlich immer mit dem Wetter Glück hatten.“, so Kühbauer.

Dass das Fest nicht kommerziell ist, wird sowohl von den Anbietern als auch von den Gästen als äußerst positiv empfunden. Gerade die Erwachsenen freuen sich darüber, dass sie ihren Kindern ohne finanziellen Aufwand ein tolles Fest bieten können. Ein Weddinger Vater: „Wenn ich auf den Rummel gehe, bezahle ich für jedes Kind mindestens 25 Euro und hinterher ist doch keins zufrieden. Aber auf dem Kinderfest sind die Kids von Anfang an voll dabei, haben einen erfüllten Tag und auch für uns Erwachsene ist es viel lockerer. Besser als so können Familien nicht feiern.“ Hinzu kommt, dass es eine große Vielfalt unterschiedlichster Angebote gibt. Maria Richter: „Das Kinderfest bot in seinen Attraktionen, seinen Mitwirkenden und seinen Besuchern ein Abbild des gesamten Kiezes rund um Telux und Kinderfarm. Viele machten mit und machen immernoch mit und bringen somit die guten Seiten des Kiezes hervor. Wir sind dankbar, diese Veranstaltung jedes Jahr wieder organisieren zu dürfen.“

Eindeutiges Highlight des Kinderfestes war – wie eigentlich jedes Jahr – der Kinderzirkus Pannini. Kinder und Jugendliche aus dem Kiez haben acht Wochen artistische Übungen, Clownsnummern und vieles mehr eingeübt. Voller Stolz führten sie es nun ihren Nachbarinnen und Nachbarn, ihren Mitschülern, Klassenkameraden und Altersgenossen vor. In diesen acht Wochen war die Zirkusgruppe für Neuzugänge geschlossen damit die Proben ungestört verlaufen konnten.

Auch die Kostüme der Zirkusgruppe wurden individuell thematisch angepasst. Die Pausenclowns erzählten eine Drachengeschichte in mehreren Akten, mit einer Prinzessin, einer Hochzeit, einem Bauern der zum Ritter wird und einem bösen Drachen, der gut wird. Mittelalter halt. Die Geschichten kamen bei den Zuschauern gut an, die zum Teil völlig gebannt von dem Vorgetragenen in mehreren Reihen vor der Manege standen.

Passend zum Mittelalter war auch eine mobile Schmiede dabei – die Wanderschmiede des Kunst- und Hufschmiedes Harry. Die Kinder waren mit Feuer und Flamme dabei, wenn Harry Kunstwerke aus glühendem Eisen erschuf. Sehr beliebt war auch das Kinderschminken mit Kiezmüttern aus unterschiedlichen Kulturen. Diese Kulturen spiegelten am Ende die Gesichter der Kinder – wobei viele Gesichter nicht nur „monokulturell“ gezeichnet waren.

Gut zum Mittelalter, aber offensichtlich auch gut in unsere Zeit passte die Wahrsagerin, die ihre abgedunkelte Wahrsage-Suite im Wirtschaftsraum der Kinderfarm aufbaute. Denn vor ihrer Kemenate bildete sich eine Schlange, die praktisch ununterbrochen über das ganze Fest bestehen blieb. Die Kinder konnten ihr wichtige Fragen zu ihrer Zukunft stellen und sie bemühte Karten, um eine Antwort zu finden. So beliebt waren diese paranormale Kommunikation, dass einige Artisten gar den Zirkus ausfallen lassen wollten, um ihren Schlangenplatz zu erhalten. Aber so weit – siehe oben – kam es dann doch nicht.

Dieses Projekt wurde aus dem Aktionsfonds gefördert.

Klopp die Erbse - Wenn was Grünes kommt zuschlagen!
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Text: Johannes Hayner, Fotos: Telux/Kinderfarm/georg+georg
 
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