Suche

Newsletter bestellen für

Top Themen

Werden Sie aktiv im Kiez!

Der Runde Tisch Sprengelkiez (RTS) ist ein bewohnergetragendes Gremium, dass sich für die Belange der Bewohner*innen im Sprengelkiez einsetzt. Neue Mitglieder*innen sind herzlich wilkommen. Mitmachen!

 

Unsere Filmdokumentation ist online!

Sie können ab sofort 17 Jahre Quartiersmanagement Sparrplatz in unserer filmischen Dokumentation Revue passieren lassen. Ansehen!

 

 


 

 

Sie befinden sich hier: kiez.info - Archiv / Artikel aus 2014 / Frauentag im SprengelHaus
Montag, 17.03.2014

Frauentag im SprengelHaus

Podiumsdiskussion zur Lage aus Afrika stammender Frauen in Deutschland

Elisabeth Kaneza, Narcisse Djakam und Brigitte Moegni (v.l.n.r.) diskutieren
Das Podium mit Passi la Noblesse und Narcisse Djakam
Im Publikum sitzen vor allem Frauen
Engagiert diskutieren die Zuschauerinnen mit
Den Frauenpreis im Blick
Noch eine Nachfrage
Reger Andrang am Buffet (Foto: Djakam)
Auch den Kindern schmeckt es gut (Foto: Djakam)
Preisträgerinnen mit ihren Trophäen (Foto: Djakam)
So sehen die begehrten Preise aus

Der internationale Frauentag am 8. März existiert seit fast einhundert Jahren und hat in dieser Zeit nichts an Aktualität eingebüßt. Es geht dabei nicht um eine Würdigung der Leistungen der Frauen, nein, vielmehr wohnt dem internationalen Frauentag etwas Kämpferisches, Revolutionäres inne. Dies kommt nicht nur aus der Tradition – je nach Lesart geht das Datum auf einen Streik der russischen Soldaten- und Arbeiterfrauen während der Oktoberrevolution oder auf einen Spontanstreik New Yorker Textilarbeiterinnen 1857 zurück. Dies liegt auch in der noch immer nicht befriedigenden Lage der Frauen in unserer Gesellschaft, für deren Verbesserung sich alljährlich kurz vor Frühlingsbeginn besonders eingesetzt wird. So auch 2014 mit einer Veranstaltung im SprengelHaus: Der Frauenpreis zum Frauentag.

Eingeladen haben Afrokult e.V. in Kooperation mit CARREF’VIP und INTEGRITUDE  e.V. zu einer Veranstaltung in drei Teilen. Los ging es um 13 Uhr mit einer Podiumsdiskussion. Nach deren Ende gab es ein leckeres Buffet mit traditionellen Gerichten aus Kamerun. Und schließlich wurde gefeiert: Es gab Preise für engagierte Frauen sowie Tanz bis in den nächsten Morgen.

Die mit QM-Mitteln unterstützte Diskussionsveranstaltung zur Rolle afrikanischer Frauen im Integrationsprozess in Deutschland brachte zwei Frauen und einen Mann aufs Podium im Versammlungssaal des SprengelHauses: Elizabeth Kabeza, Koordinatorin von Ruanda Connection, Brigitte Moegni, Vorsitzende der „Amicale des Mbamois de Berlin“ und Narcisse Djakam von Integritude e.V. als Moderator. Die Diskussion kommt zunächst nur langsam in Fahrt, mit der Zahl der besetzten Stühle steigt aber auch die Stimmung. Nun hört man schon im Treppenhaus Rufe, Klatschen, lautes Lachen sowie engagierte Rede und Gegenrede. Das Publikum ist voll dabei – was Wunder, betrifft das Thema doch vor allem die Frauen im Alltag. Und die sind hier eindeutig in der Mehrzahl; sicher zwei Drittel des Auditoriums sind Frauen.

Munter treibt die Diskussion hin und her, viele Wortmeldungen aus dem Publikum befeuern die Debatte. Schade nur, dass die Diskussion nach einiger Zeit in die Muttersprache der mehrheitlich aus Kamerun stammenden Besucher wechselt, so reicht das magere Schulfranzösisch des Berichterstatters nicht aus, um zu folgen. Hier nun eine Zusammenfassung der Diskussion aus anderer Quelle: Während Elizabeth auf das Fehlen der afrikanischen Frau in der deutschen Öffentlichkeit hinweist und dies an verschiedenen Argumenten festmacht, spricht Brigitte darüber, dass bereits eine positive Bewegung in der Gesellschaft besteht, diese jedoch noch ausbaufähig sei. Sie ist auch der Meinung, dass eine Frau sich besser entfalten kann, wenn Ehemann und allgemein die Männer die Frauen unterstützen. Schließlich bereicherte die aus Belgien stammende Musikerin und Künstlerin Passi la Noblesse die Debattierrunde. Sie appelliert an alle Frauen, ihr Dasein selbstbewusster zu zelebrieren und zu gestalten.

Die Podiumsdiskussion führte auch zu einem konkreten Ergebnis: Alle teilnehmenden Vereine schlugen vor, ein Netzwerk des 8. März „Reseau du 8mars“ zu gründen. Dieses Netzwerk afrikanischer Frauen in Berlin soll eine Plattform sein, wo afrikanische Frauenvereine und engagierte Menschen sich regelmäßig treffen, um ihre Erfahrungen auszutauschen und ihre Zukunft eigenständig zu gestalten. Es werden nun Schritte eingeleitet, um ein erfolgreiches Netzwerk auf die Beine zu stellen, das Frauen unterstützt, begleitet und fördert.

Nach dem engagierten Gedankenaustausch waren alle Teilnehmer hungrig genug, um das tolle Buffet mit kamerunischen Leckereien gebührend zu würdigen. Die Idee dabei war, dass fünf teilnehmende Vereine jeweils fünfzig Euro bekamen, um damit ihre Beiträge für das Catering zu kochen. Das Essen mit den besten Bewertungen erhielt einen Preis. Zur Auswahl standen Nkondre (Kochbananen mit Rindfleisch), Achu (Kartoffelsuppe mit getrockneter Fisch und Weißkohl), Ikok (Gemüsesauce mit Maniok) und Bongo (eine dunkle Sauce mit Yam). Wer war der Renner in der Publikumsbewertung? Die Jury tat sich schwer, einen Gewinner zu küren und vergab kurzerhand fünf Preise, so dass alle Köche geehrt wurden.

Ab 20 Uhr begann der Galaabend in einem festlich dekorierten Saal im S1 Event in Reinickendorf. Zehn Frauen wurden in den Kategorien Kultur, Sport, Wirtschaft und gesellschaftliches Engagement mit den neu gestifteten Frauenpreisen ausgezeichnet. Der Preis - Trophäen aus dunklem Holz, die mit QM-Mitteln finanziert wurden - ehrt aktive Frauen und dient als Stütze für die Vorbilder, aber auch als Ansporn für Nachahmerinnen. Beispielsweise wurde Christine Mbogne, seit sieben Jahren  Vorsitzende des Vereins "Amicale du Mbam" und sehr engagiert in der kamerunischen Gemeinschaft  in der Kategorie gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet und Djike Eugenie, entscheidend an der Moderniesierung der Satzung des Vereins "Association des ressortissants du Nde" beteiligt und Kassenprüferin des Afrika Chor "Boni Sangani" erhielt die Auszeichnung in der Spart Kultur. Mit viel Musik (DJ aus Belgien) und ausgelassener Stimmung wurde darauf bis in den Morgen das Tanzbein geschwungen.

Narcisse Djakam von INTEGRITUDE e.V. fasst seine Erfahrungen so zusammen: "Wir sind sehr glücklich und allen Teilnehmern und ehrenamtlichen Unterstützern dankbar. Die große Hürde bei der Organisation dieser Veranstaltung war, eine Finanzierung der Aktivitäten zu finden und Menschen zu überzeugen, dass die Zeit reif ist, diese Thematik nicht mehr einzeln anzusprechen, sondern in einer breiten Konstellation in gemeinsamer Vorstellung auszutauschen. Dies ist uns eindrucksvoll gelungen. Wir freuen uns schon auf den Frauentag 2015 und beginnen praktisch jetzt mit der Vorbereitung.“

Johannes Hayner
 
Logo Europäische Union Logo Städtebauförderung durch Bund, Land und Gemeinden Logo Soziale Stadt QM Sparrplatz Berlin baut Logo Berlin Mitte Logo Berlin Mitte