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Montag, 08.05.2006

Erholung garantiert – im Sommer beginnt der Bau des Sprengelparks

Der Sprengelpark kommt – langsam aber gewaltig! Gerade wurde die endgültige Planung den Bürgerinnen und Bürgern des Sprengelkiezes vorgestellt. Denn inzwischen sind die Entwürfe aus den öffentlichen Planungswerkstätten mit den baulichen Auflagen zu einem Entwurf vereint, der bestimmt alle Nutzer des zukünftigen Parks zufrieden macht. Auch die Kinder und Jugendlichen wurden inzwischen befragt und hatten viele sehr praktische und durchdachte Vorschläge.
 
Am 3.5.2006 fand die öffentliche Infoveranstaltung zum Bau des Sprengelparks statt. Etwa fünfzig Anwohnerinnen und Anwohner ließen sich die geplanten Baumaßnahmen erklären und brachten noch ein paar ergänzende Anregungen mit ein. Jürgen Berger, Vertreter des Quartiersmanagements, das die Bürgerbeteiligung mit organisiert hat, begrüßte zunächst alle Anwesenden. Danach erklärte Christiane Gille vom Stadtplanungsamt, wie überhaupt trotz leerer öffentlicher Kassen Geld für so ein anspruchsvolles Projekt locker gemacht werden konnte: Die Bundesbahn finanziert die Maßnahme als Ausgleich für die Überbauung des Mettmannplatzes zum Ausbau der neuen Verkehrsverbindungen zum Lehrter /Hauptbahnhof. Der Bezirk wird Bauträger und stellt das 10.000 qm große Gelände zwischen Sprengel- und Kiautschoustraße für diese Ausgleichsmaßnahme zur Verfügung. Es wurde schon letztes Jahr entsiegelt und von alten Gebäuden und kontaminiertem Boden geräumt.

Ab Spätsommer 2006 soll gebaut werden, vorher wird mit großer Wahrscheinlichkeit der Sprengel-Cup, eine von Gewerbetreibenden und dem Quartiersrat unterstützte Aktion zur Fußball-WM dort stattfinden. Ein kleiner Teil der Bausumme wird erst im Jahr 2008 zur Verfügung stehen – doch bereits im Herbst 2007, da ist das Stadtplanungsamt optimistisch, werden die Bürger den Sprengelpark schon zur Erholung nutzen können.
 

Entwurf zum Sprengelpark

Die Moderatorin Elke Baranek schilderte noch einmal kurz, wie aus den verschiedensten Wünschen für einen neuen Park (vom chinesischen Garten bis zum Kiez-tauglichen Park für alle) während der Planungswerkstätten schließlich drei Planungsvarianten entstanden, die unterschiedliche Nutzungsbereiche, Pflanzungen und Wege vorsahen.

Die Landschaftsplanerin Margret Benninghoff zeigte, wie die damals festgehaltenen Wünsche der beteiligten Anwohner ohne allzu große Kompromisse in die endgültige Planung übernommen werden konnten. Auch die Erfordernisse des Planungsrechts und des Naturschutzes wurden eingearbeitet. Entstanden ist ein Entwurf, der viel Grün, verschlungene Wege und tolle Spiel- und Sport-Möglichkeiten bietet, z.B. Platz zum Boulespielen, einen Kletterfelsen und ein Beach-Volleyballfeld, Trampoline und einen Spielplatz für die Kleinen.

Ach ja, die Kinder: Ute Riedel vom Kinder- und Jugendbüro Mitte hatte im November 2005 Kinder und Jugendliche aus dem Kiez befragt. So durchdacht und praktisch waren einige ihrer Vorschläge, dass man die Planung von Parks vielleicht in Zukunft ganz ihnen überlassen sollte? Da wurden z.B. rückenfreundliche Parkbänke für ältere Menschen gefordert und eine stromsparende Parkbeleuchtung mit Bewegungsmeldern. Nicht alle Wünsche der Kinder werden sich realisieren lassen – eine China-Nudelmaschine z.B. bleibt wohl ein Traum. Aber die Seilbahn auf dem Spielplatz und Bänke innerhalb der Sport-Umzäunungen wird es geben. Und auch genügend Sitzmöglichkeiten, denn diese Bitte hatten auch die größeren Anwohner, die den endgültigen Entwurf diskutierten.

Natürlich gab es auch kontroverse Meinungen: so befürchten einzelne Anwohner, dass spielende Kinder im Park zu viel Lärm machen könnten. Laut Aussage des Umweltamtes soll diese "Gefahr" aber bei der aktuellen Planung überschaubar sein. Andere hatten Bedenken wegen der Auswahl der Gehölze. Garten- und Wasserkiez-Aktivist Klaus Wolfermann hatte eine Liste von Bäumen, die derzeit auf Balkonen und in Hinterhöfen auf eine neue Heimat warten. Und auch der soziale Aspekt ist einigen wichtig. Bezirksamt und QM werden gebeten, die Beschäftigung von Arbeitslosen aus dem Kiez beim Bau des Parks zu überlegen. Einiges wird man sicherlich berücksichtigen können, anderes stößt an die Grenzen von finanziellen und baulichen Vorgaben. Trotzdem wird der zukünftige Sprengelpark eine grüne Kiez-Insel mit garantiertem Erholungswert sein, dafür haben die vielen guten Ideen aller gesorgt, die bei den Planungswerkstätten und der Kinder- und Jugendbeteiligung dabei waren.

Anne Wispler