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Mittwoch, 03.12.2008

Endlich tut sich was am Sparrplatz – Neues Streetwork-Projekt startet 2009

Versammlung
Foto: Siemen Dallmann

Bereits vor über einem Jahr wandten sich rund 300 Bürgerinnen und Bürger, Anwohner des Sprengelkiezes, an das Quartiersmanagement, die Polizei und das Ordnungsamt: Auf dem Sparrplatz, einer beliebten Spiel- und Erholungsfläche, nahmen sie eine wachsende Zahl von Alkohol trinkenden Männern wahr, deren Verhalten dazu führte, dass viele sich auf dem Platz nicht mehr wohl fühlten. Zerschmetterte Bierflaschen, Lärm, öffentliches Urinieren und ein aggressives Auftreten waren Anlass für die Beschwerden. Viele mieden den Platz.

Das Quartiersmanagement reagierte kurzfristig und berief eine erste Bürgerversammlung zu dem Problem ein. Am 6. September 2007 versammelten sich ca. 70 Interessierte in der Osterkirche. Auch der Bezirksbürgermeister Dr. Hanke war anwesend.

Hier und auf insgesamt sechs weiteren Treffen, an denen jeweils 10-20 Personen teilnahmen, wurden die vorhandenen Probleme, aber auch mögliche Lösungsvorschläge diskutiert. Diese reichten von ordnungsrechtlichen Maßnahmen (Alkoholverbot auf dem Platz, kein Alkoholverkauf mehr in den „Multishops“, stärkere Präsenz von Ordnungsamt, Kiezläufern und Polizei) über Aktionen auf dem Platz bis zum Aufstellen eines Toilettenhäuschens.

Tolle Stimmung beim Sparrplatz-Fest im Sommer 2008. Foto: Herry Grünewald

Relativ schnell setzte sich die Überzeugung durch, dass die Verdrängung der Trinkergruppe keine Option sein könne, und dass es vielmehr um die Einbindung aller Nutzer/innen des Sparrplatzes und um die Organisation eines friedlichen Miteinanders gehen müsse.

Von Anfang an dabei und außerordentlich engagiert war die Gruppe der ehrenamtlichen Stadtteilmediator/innen, die sich in ausführlichen Gesprächen mit Anwohner/innen, Gewerbetreibenden, Kitas, aber eben auch sämtlichen Nutzern auf dem Platz bemüht hat, ein umfassendes Bild der Lage auf dem Sparrplatz zu erhalten und dabei alle Perspektiven mit einzubeziehen. Diese Arbeit ist nun abgeschlossen. Der gesamte Bericht ist hier abrufbar.

Zu den konkreten Vorschlägen gehörten von Anfang an ein Streetwork-Projekt sowie die Wiederbelebung von festlichen Aktivitäten auf dem Platz. Entsprechende Projektideen wurden vom Quartiersrat befürwortet. So wird es nun von 2008 bis 2010 wieder ein jährliches Fest auf dem Sparrplatz geben. Der Auftakt in diesem Sommer war bereits ein voller Erfolg und wurde von Aktiven aus der Bürgerinitiative Sparrplatz gemeinsam mit lokalen Gewerbetreibenden gestemmt. Ein besonderes Highlight war sicherlich, dass auch etliche der Männer, die oft auf dem Sparrplatz sitzen, kräftig mit anpackten.

Das Projekt „Streetwork am Sparrplatz“, das von 2008 bis 2010 beantragt war, konnte aufgrund knapper Mittel zunächst nur für 2009 bewilligt werden. Ein weiterer Antrag an den Quartiersrat ist bereits gestellt. Die Suche nach einem geeigneten Träger ist mittlerweile abgeschlossen: Gangway e.V. hat die Ausschreibung gewonnen, und ab 2009 wird sich nun ein erfahrener Sozialpädagoge um die „Trinker“ auf dem Sparrplatz kümmern (in Ergänzung zu der vom Land Berlin und Bezirk Mitte finanzierten Streetwork mit Jugendlichen, die bereits am Sparrplatz stattfindet). In diesem Bereich wurden bereits gute Erfahrungen in anderen Bezirken gemacht. Dass es ein langwieriger und ergebnisoffener Prozess ist, wie immer, wenn man es mit Menschen zu tun hat, versteht sich fast von selbst.

Auch wenn die Angebote für die erwachsenen Trinker und die Jugendlichen aus fachlicher Sicht getrennt angegangen werden müssen und hier verschiedene Kollegen zum Einsatz kommen werden, ist im Sinne der Entwicklung des Gemeinwesens ein enger Informationsaustausch zwischen beiden Projekten unabdingbar und auch gewährleistet. Für den neuen Träger ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die Belange aller Beteiligten und die Komplexität der Situation in den Blick genommen und berücksichtigt werden. Auch in der Arbeit mit Jugendlichen sehen viele noch zusätzlichen Bedarf. Ein entsprechender Antrag zur Erweiterung des Streetwork-Angebotes für Jugendliche ging ebenfalls beim Quartiersrat ein und wird Anfang des Jahres beraten. Wir werden Sie über den Verlauf der Projekte weiterhin informieren.

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