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Freitag, 06.11.2015

Die Konfliktagentur bekommt den Ehrenamtspreis

die stolzen Urkundenbesitzer
gesellige Atmosphäre im Hotel MOA
Akkordeonorchester der Musikschule Fröhlich
stellvertretender Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel
Dankesrede

Konflikte entstehen ständig in unserem Alltag, von kleineren Meinungsverschiedenheiten, was es zum Abendbrot gibt, über Konflikte zwischen Mieter und Vermieter, bis hin zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Gegendemonstranten. Wie ist der richtige Umgang miteinander? Was, wenn beide Parteien den Dialog meiden?

Eine kleine Geschichte:

30. Oktober 2015. Unter der großen Glassäule im Atrium vom Hotel MOA Berlin sitzen 220 überwiegend ältere Menschen und unterhalten sich angeregt an ihren Tischen. Das Licht wird gedimmt und der Blick der Besucher schweift ans Ende des Saales, wo ein langsam anschwellender Ton von 20 Ziehharmonikas den Beginn der Veranstaltung markiert. Die Menge lauscht gespannt, wie das Akkordeonorchester der Musikschule Fröhlich mit klassischen Liedern, aber auch Neuinterpretationen aktueller Hits den Raum mit der Glaskuppel verzaubert.

Noch während der letzte Ton gespielt wird, betritt ein Mann im schwarzen Anzug die Bühne. Die musikalische Darbietung findet ihr Ende. Applaus für die Musiker! Stephan von Dassel, stellvertretender Bezirksbürgermeister von Mitte und Leiter der Abteilung Soziales und Bürgerdienste, räuspert sich, schaut in die Runde um sicherzugehen, dass alle zuhören, und beginnt seine Rede mit Lobpreisungen für das Ehrenamt. Er erzählt in aller Förmlichkeit von den sozialen Errungenschaften, die der Bezirk Mitte dieser Art des bürgerschaftlichen Engagements schuldet und bedankt sich bei denjenigen, die ihre Zeit zum Wohle der Integration, Kooperation und nachhaltigen sozialen Stadtentwicklung einsetzen.

Das Publikum ist entzückt von den würdigenden Worten des Politikers und lässt nach der Rede abermals eine Beifallsbekundung erschallen. Mit Lächeln im Gesicht schildert der Mann auf der Bühne die außergewöhnlichen Taten ehrenamtlicher Arbeiter und ruft daraufhin wechselnd Namen auf. Freudig begeben sich die Damen und Herren auf die Bühne und bekommen für ihr enormes soziales Engagement jeweils die Ehrenurkunde des Bezirks Mitte sowie eine Rose überreicht. Im Laufe der nächsten Stunde wiederholt sich dieses Prozedere einige Male und immer mehr Gäste sind im Besitz des begehrten Schriftstücks.

Als Stephan von Dassel dann das Thema Konflikte aufkommen lässt, horchen alle auf. Er beschreibt mit einigen plastischen Beispielen, etwa dem Kampf ums kalte Buffet, wie häufig man auf Konflikte stößt und wie wichtig es ist, diese zivilisiert beizulegen. Während die Menge die Worte überdenkt, sitzen sieben Personen an einem Tisch hinten links und rutschen voller Vorfreude auf ihren Stühlen hin und her. Denn seit mittlerweile 12 Jahren wird der Preis vergeben und genauso lange ist die Truppe um Silka Riedel, Vorsitzende der Konfliktangentur, im Einsatz. Dieses Jahr war es endlich soweit und die Konfliktagentur wird, als erster Verein aus dem Sprengelkiez, auf die Bühne gerufen. Voller Stolz empfangen die Mediatoren die Rosen und ihre Urkunde. In der Dankesrede sagte die Vorsitzende: „Ich freue mich sehr über diese Ehrung. Sie ist eine Anerkennung für unseren langjährigen freiwilligen und unentgeltlichen Einsatz, eine respektvolle und konstruktive Kommunikationskultur zu etablieren. Ich bedanke mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen und allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben.“

Nach diesen Worten genießen die sieben anwesenden Mitarbeiter den Augenblick mit einem breiten Grinsen und der gemütliche Teil des Abends kann beginnen. Die Stimmung im Saal wird von Minute zu Minute geselliger, die Leute kommen zusammen, unterhalten sich und scherzen miteinander. Die letzten Urkunden werden überreicht und sobald das Buffet eröffnet wird und die Musiker wieder anfangen zu spielen, sind alle aktuellen Konflikte vergessen und man ist einfach glücklich. Wäre es immer so wie an diesem wunderbaren Abend, hätte die Konfliktagentur ihre Ziele, ein attraktives Wohnumfeld mit zufriedenen Bewohnern zu schaffen und eine konstruktive und gewaltfreie Streitkultur zu etablieren, im Nu erreicht. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg und viel Arbeit für die Konfliktschlichter. Wir freuen uns heute mit ihnen über den Preis und wünschen die ihnen gebührende Anerkennung auch in Zukunft.

 

Text/Fotos: Conrad Kirchner

 
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