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Dienstag, 09.12.2014

Bücher her!

QM finanziert neue Medien für die Schiller-Bibliothek.

die alte Schillerbibliothek
Corinna Dernbach
Die Räumlichkeiten der alten Bibliothek...
...bieten wenig Platz zum Lesen und Arbeiten
Projekt: Lern mit mir!

Eng ist es im Büro, der große Tisch steht links außen, drei Stühle eingeklemmt zwischen Tischplatte und Wand. Man sieht sofort: Veränderungen stehen an, in diesem Fall ein Umzug. Corinna Dernbach bittet uns trotz der Enge freundlich herein. Die Leiterin der Schiller-Bibliothek freut sich, wie sie sagt, jeden Tag darauf, endlich für das, was die Bibliothek leisten kann und will mehr Platz zu haben. Seit 2001 steht sie der Schiller Bibliothek vor, ist schon vom letzten Standort hinter der Seestraße hierher in den Rathaus-Neubau gezogen und nun: das nächste Mal Kisten packen! Wobei - für einen Privatumzug würde sich das Kistenpacken vielleicht gar nicht lohnen - die paar Meter zum neuen Domizil könnte man auch so überwinden. Bei einer Bibliothek freilich sieht das anders aus.

Man merkt es den Mitarbeitern und der Stimmung an, vor wenigen Tagen hatte sie noch geöffnet, die alte Schiller-Bibliothek in der Müllerstraße. Am 8. Dezember machte die Bibliothek bis zur Neueröffnung dicht. In direkter Nachbarschaft steht der Rohbau des neuen Gebäudes, dessen Eröffnung im Mai 2015 sehnlichst erwartet wird. Wer das alte Gebäude kennt, weiß wie eng es dort ist und dass es kaum ausreichend Platz gibt zum Arbeiten, Lernen und Lesen. Dies wird sich in der neuen Bibliothek ändern. Sie wird insgesamt  mehr Raum bieten und außerdem wird es eine eigene Etage für Jugendliche und junge Erwachsene und zwei Räume für ruhiges, gemeinsames Arbeiten geben, denn das Hauptprofil der Bibliothek ist, wie Corinna Dernbach sagt, die Bibliothek als Lernort. So erwartet sie sich auch mehr Besuche von Studenten der Beuth-Hochschule, denn in ihrer Bibliothek wird es viele Arbeitsplätze in einem schönen Ambiente geben.

Aber nicht nur Erwachsene und Studenten zieht es in die Schiller-Bibliothek. Viele Jahre gab es das Projekt „Du schaffst das!“, bei dem Kindern an drei, später sogar an vier Tagen pro Woche beim Lernen, dem Vorbereiten von Referaten und den Hausaufgaben geholfen wurde. Dafür sorgten zwei so genannte Lerncoaches, Studenten auf Honorarbasis, die sich um die Kinder von der Vorschule bis zur Abiturklasse kümmerten. Es handelte sich hierbei um ein offenes Angebot, zu dem sich keiner der Kinder und Jugendlichen anmelden musste, sondern einfach bei Bedarf vorbei kommen konnte. Das Projekt wurde bis Dezember 2013 aus dem Programm Soziale Stadt durch das QM Sparrplatz gefördert. Ab Januar 2014 wurde es auf bewundernswerte Weise mit viel Kraft und eigenen Mitteln und dank der Unterstützung von Sponsoren, Spendern und dem Förderverein der Stadtbibliothek Mitte e.V. weitergeführt. Ab März war es dann finanziell einfach nicht mehr möglich. Der Kiez verlor damit eine wirklich wichtige und viel genutzte Möglichkeit für die Schüler, Wissenslücken zu füllen, gemeinsam Spaß am Lernen zu entdecken und auch sinnvoll mit Freunden die Freizeit zu verbringen. Wer einmal die Atmosphäre im viel zu kleinen Bibliothekssaal gesehen hat, in dem sich auf Sofas, Stühlen, Decken und auf dem Fußboden Kinder drängen, die von den Lerncoaches betreut werden, der weiß um den Verlust, den die Förderung des Bildungsnachwuchses hier erleidet. Dies kann, so Corinna Dernbach, auch nicht allein durch Ehrenamtler aufgefangen werden, denn die Coaches seien fachlich und pädagogisch geschult.

Im Juni 2014 gab es dann das Anschlussprojekt "Lern mit mir“, ebenfalls QM-gefördert und bis Dezember befristet. Für dieses Kombi-Projekt wurden 21.000 Euro zum Erwerb neuer Medien und die Arbeit von Lerncoaches zur Verfügung gestellt. Momentan haben Corinna Dernbach und ihre Kollegen mit dem Erwerb der neuen Medien für die Schüler alle Hände voll zu tun. Leider verzögerte sich der Bewilligungsprozess des Projektes so sehr, dass es nun eng wird.,. Denn die richtigen Bücher wollen gefunden, gesichtet, bestellt und gekauft sein. Zum Glück unterstützt eine Buchhandlung die Bibliothek bei der Medienauswahl und Beschaffung, dies wäre für die Mitarbeiter der Bibliothek neben dem Arbeitsalltag und den Herausforderungen des Umzugs schlicht nicht zu bewältigen. Es werden Lehrbücher, unter anderem zur Vorbereitung des MSA (Mittlerer Schulabschluss), aber auch Bücher für die Kleinen im Kiez, wie zum Beispiel Deutsch-Türkische-Bilder-Wörterbücher bestellt. Corinna Dernbach ist glücklich über diesen unerwarteten Schatz: „Was wir nun unseren jungen Lesern bieten können ist topaktuelles Lernmaterial, das unser Angebot enorm aufwertet. Und immerhin erobern wir mit den Schülern unsere Leserinnen und Leser von morgen.“

Da auch das aktuelle Lernhilfeprojekt mit der vorübergehenden Schließung der Bibliothek ausläuft, muss die Leiterin der Schiller-Bibliothek andere Kanäle finden, um diese Projekte zu fördern. Alle hoffen, dass es dieses Angebot für Schüler in Zukunft weiterhin geben wird, da es bei den Kindern und Jugendlichen auf unglaublichen Zuspruch gestoßen ist. Es wäre zu schade, wenn eine solche Hilfe für die Schüler der Schulen im Kiez wegfiele.

 

Informationen zum aktuellen Stand zur Wiedereröffnung der neuen Schiller-Bibliothek finden sie hier.

 

Text: Anna Lindner/Johannes Hayner Fotos: Johannes Hayner

 

 

 
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