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Bezirksamt stellte Ergebnisse der Seniorenbefragung vor

- Jeffrey Butler ist für die Gesundheitsberichterstattung des Bezirks Mitte zuständig und erklärte die Ergebnisse der LISA-Studie. Foto: A. Wispler
Wie leben Senior/innen in Berlin-Mitte? Wohnen sie mit der Familie zusammen oder allein? Fühlen sie sich eher fit oder mies? Sind sie in einem Verein oder treiben sie Sport?
Um mehr über die Vorlieben, Gewohnheiten und Nöte älterer Menschen zu erfahren, hat das Bezirksamt Berlin-Mitte die LISA-Studie konzipiert. Dabei steht „LISA“ für Lebensqualität, Interessen und Selbstständigkeit im Alter. Mit einem 13-seitigen Fragebogen wurden Senior/innen nach Gesundheit, Zufriedenheit, Lebensumfeld und Aktivitäten gefragt und konnten dafür einen Gutschein von Galeria gewinnen.
Am 24. März wurden im BVV-Saal in Mitte erste interessante Ergebnisse vorgestellt: Mit den repräsentativen Daten von 473 Befragten gibt es eine Arbeitsbasis für Maßnahmen, die Senior/innen zugutekommen.
Zusammensetzung der Stichprobe
Nachdem in der ersten Befragungsphase noch nicht genügend Senior/innen mit Migrationshintergrund erreicht werden konnten, gelang mit Hilfe des Lotsenprojektes "die Brücke" ein angemessenes Verhältnis von Befragten und Bevölkerungsdurchschnitt.
Weil muttersprachliche, geschulte Lots/innen gezielt ihre Landsleute ansprachen, konnte der Anteil der befragten Migrant/innen stark erhöht werden. 308 Befragte waren deutscher Herkunft, 85 türkischer Herkunft, 28 aus arabischen Ländern, 23 aus der ehemaligen UdSSR, 11 aus dem früheren Jugoslawien und 18 aus sonstigen Ländern.
240 Befragte wohnten im ehemaligen Bezirk Wedding, 117 in Tiergarten und 116 im alten Bezirk Mitte. Bei der Altersverteilung wurde die Gruppe der über 60-jährigen ebenfalls entsprechend abgebildet. 217 von ihnen waren 60 bis 69 Jahre alt, 170 waren zwischen 70 und 79 und 86 der Befragten über 80 Jahre alt.
Aufschlussreiche Ergebnisse
Eine gute Nachricht: Immerhin über 40 % aller Befragten fühlen sich gesundheitlich gut bis sehr gut oder sogar ausgezeichnet. Über 80% der Befragten haben keine Pflegestufe, sind also auch im Alter noch relativ selbständig. Positiv ist auch, dass fast 26 % wöchentlich Sport treiben und über 52% mindestens einmal pro Woche gesellig zusammen kommen.
Bei denen, die sich gesundheitlich weniger gut oder schlecht fühlen, überwogen bei der Umfrage die Senior/innen aus der ehemaligen UdSSR und der Türkei. In der Umfrage ging es auch um Gesundheitsrisiken wie Übergewicht oder Rauchen und psychische Belastungen wie Depression.
Keine Überraschung ist es, dass 68 % der deutschen Senior/innen alleine leben. Dass jedoch auch über 30% der türkischen und 20% der arabischen älteren Menschen alleine wohnen, entspricht nicht dem Klischee. Auch die Aussage vieler älterer Migrant/innen, sie würden nicht genügend soziale Unterstützung aus ihrem Verwandtenkreis erhalten, widerspricht gängigen Vorstellungen eines engeren Zusammenhalts in Migrantenfamilien.
Die Befragten konnten auch konkrete Wünsche nennen. Praktische Angebote wie z.B. günstige BVG-Tickets oder Essensangebote, Fahrstühle und seniorengerechte Wohnungen waren häufiges Thema, aber auch Freizeitangebote wie z.B. Tanzveranstaltungen oder Doppelkopfabende.
Die LISA-Studie lieferte eine ganze Reihe von nützlichen Erkenntnissen für die Arbeit im gesundheitlichen und sozialen Bereich. Besonders die aus LISA gewonnenen Informationen über ältere Menschen mit Migrationshintergrund sind neu und hilfreich. Auch für die Quartiersmanagements finden sich Hinweise, wie in Zukunft Projekte dem Bevölkerungswandel besser gerecht werden können. Die detaillierte Auswertung wird demnächst vom Bezirksamt veröffentlicht.
Hintergrund
Ausgearbeitet und durchgeführt wurde das aufwändige Forschungsprojekt 2009 vom Bezirksamt Mitte in Zusammenarbeit mit Student/innen der Berlin Public School of Health und der Charité. Ausgehend von gegenwärtigen Prognosen wird der Anteil der Bevölkerungsgruppe der über 65-Jährigen bis zum Jahr 2030 gravierend steigen. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels gewinnen Fragen zur „Gesundheit im Alter“ zunehmend an Bedeutung.
Weitere Infos: Bezirksamt Mitte, Frau Elke Harms, Tel.9018-32530, Email: elke.harms[at]ba-mitte.verwalt-berlin[.]de
Alle Grafiken: "LISA - Lebensqualität, Interessen und Selbstständigkeit im Alter", Beitrag auf dem LISA-Symposium am 24.03.2010, Bezirksamt Mitte von Berlin, OE Qualitätsentwicklung, Planung, Koordination
Beitrag LISA-Symposium - Zusammenfassung der Ergebnisse
LISA_Symposium_Beitrag_Butler.pdf (127,5 KB)









