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Donnerstag, 16.10.2014

Auf WiederSCHÖN!

SCHÖNES PICKNICK im SprengelPark

Ein Herbstsonntag im SprengelPark
Ulrike Riebel von den Kollegen 2,3
Blühen nicht mehr in echt: Sonnenblumen
Michael Pietzka vom B.U.N.D.
Das SprengelMobil von bwgt e.V.
Eine Konstruktionsskizze für den Dokumentationswürfel
Kinder helfen beim Aufbau des Würfels fleißig mit
Teil der Dokumentation: SCHOEN pflanzen am Sparrplatz
Leckerer Schokokuchen noch ziemlich am Anfang
SCHÖN oder UNSCHÖN - die Rollen scheinen verteilt

„Wir haben heute eingeladen in den SprengelPark zum Chillen, zusammen Essen, ein bisschen Schwatzen und Gucken was so passiert ist in den letzten zweieinhalb Jahren.“ Ulrike Riebel (Kollegen 2,3)

Am Sonntag, 12. Oktober 2014, lud das Team von SCHÖNER SPRENGELKIEZ zum SCHÖNEN Picknick in den SprengelPark. Das Wetter spielt mit, es ist ein wunderbarer Herbstnachmittag, der viele interessierte Anwohner in den SprengelPark lockt. Das Picknick ist wie das gesamte Projekt eine Gemeinschaftsaktion von Kollegen 2,3 – Bureau für Kulturangelegenheiten, stadt&hund und  Mittel&Wege, vertreten durch den Umweltpädagogen Torsten Haas. Gemeinsam haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, den dicht bewohnten SprengelKiez attraktiver zu gestalten. Seit 2012, Beginn des mit Mitteln des Programms Soziale Stadt geförderten Projektes, sind viele Aktionen zum Thema Müllentsorgung und Nachhaltigkeit entwickelt und umgesetzt worden. Eine davon –wegen des Projektendes im Dezember auch die letzte – ist nun das SCHÖNE Picknick. Den Besuchern wird viel geboten: ein live gebastelter Dokumentationswürfel zu den bereits durchgeführten Projekten, eine spielerische Aufklärungsaktion zum Thema Mülltrennung, Sportgeräte zum Ausleihen für Groß und Klein (unter tätiger Mithilfe von bwgt e.V.) und selbstverständlich viele Leckereien zum Essen.

Leider musste der mit viel Liebe fürs Detail aufgebaute Infowürfel, dessen Aufbau mehrere Stunden in Anspruch nahm, am Ende des Tages wieder abgebaut werden. Doch sowohl beim Auf- als auch beim Abbau halfen Kinder tatkräftig mit, sodass das Ganze auch einen Aktionscharakter bekam. Es bietet sich ja schließlich nicht jeden Tag die Gelegenheit einen Akkuschrauber zu bedienen, ganz wie die Großen.

Ulrike Riebel (Kollegen 2,3) erzählt über die Idee hinter dem Projekt SCHÖNER SPRENGELKIEZ: „Das ganze Projekt fing an mit einer Evaluation von unserem Projektpartner stadt&hund, die im Kiez rumgegangen sind und geguckt haben wie so die Situation momentan ist. Also, gibt es viel Sperrmüll? Gibt es viel Hundekot? Gibt es viel Müll an sich, der auf der Straße liegt? Dem entsprechend haben wir uns dann Aktionen ausgedacht. Eine größere Aktion war zum Beispiel im März dieses Jahres das „UNSCHÖN“ aus Müll legen. Wir haben dabei mit Kitakindern Müll gesammelt und auf dem Sportplatz am Sparrplatz die Konturen des Wortes „UNSCHÖN“ mit Müll gefüllt. Dann haben wir als Pendant dazu das Wort „SCHÖN“ gepflanzt, auch auf dem Sparrplatz, in Zusammenarbeit mit der Kita der Beuth Hochschule. Insgesamt haben wir zusammen 200  Studentenblumen gepflanzt. Als Aktion mit Langzeitwirkung haben wir Gießkannen an lokale Initiativen verteilt. Gießkannen, die sich jeder Anwohner einfach ausleihen und gießen gehen kann. Denn wir haben festgestellt,  dass es viele Jungbäume gibt, die regelmäßig gegossen werden müssen, bei denen es aber nicht passiert. Außerdem gab es verschiedene Spaziergänge zu unterschiedlichen Themen, bei denen wir uns gemeinsam den SprengelKiez angesehen haben.“

Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) hat heute im SprengelPark einen kleinen Informationsstand mit einem Abfalltrennspiel aufgebaut. Die Anwohner werden informiert über korrektes Abfalltrennen, Abfallentsorgung und über den Energiesparcheck. Michael Pietzka (BUND, Projektleiter: Energiesparcheck) informiert über den Energiesparcheck: „Der Energiesparcheck den wir anbieten ist im Prinzip das Gleiche was auch die Verbraucherzentralen machen, bloß das diese Geld dafür nehmen und wir ihn kostenlos durchführen. Unsere Mitarbeiter sind genauso gut und teilweise sogar noch besser geschult als die von den Verbraucherzentralen. Man kann sich hier in eine Liste eintragen oder sich beim BUND melden und dann kommen unsere Mitarbeiter ins Haus und machen den Energiecheck.  Wozu nicht nur Strom zählt sondern natürlich auch Wasser, Gas und alles was drum herum ist."

Zusätzlich bietet der BUND mit dem Energiesparcheck auch einen Abfallcheck an. Die Teilnehmer erhalten nach ca. zwei Tage eine komplette schriftliche Auswertung wie und wie viel sie einsparen können, wenn sie sich korrekt verhalten bzw. das ein oder andere in der Wohnung verändern. Das muss nicht mal mit großen Geldausgaben verbunden sein. „Außerdem bekommen die Teilnehmer so ein kleines Starter-Packet geschenkt mit Energiesparlampen und einer abschaltbaren Steckdosenleiste. Es ist eigentlich für finanzschwache Haushalte gedacht. Also wer in einer großen Villa wohnt und drei Mercedes vor der Tür stehen hat, da würden wir dann doch schon Geld nehmen dafür, aber ansonsten ist es generell kostenlos für jeden.“

Michael Pietzka nutzt die Gelegenheit des SCHÖNen Picknicks, um über die Tatsachen und Irrtümer der Müllentsorgung aufzuklären: „Mülltrennen macht Sinn, denn es erspart riesige Summen. Die graue Tonne (Hausmüll), die für alle Pflicht ist, ist die teuerste Tonne von allen. Sie verschlingt pro Leerung ca. 82 Euro. Und wenn diese jetzt zwei bis drei Mal in der Woche geleert wird, je nach dem wie die Mieter sich mit der Mülltrennung verhalten, geht es natürlich ganz schön ins Geld. Dem Hauseigentümer ist es egal, denn der legt es auf die Betriebskosten um, aber die Mieter zahlen dadurch natürlich wesentlich mehr Betriebskosten. Wenn nun zum Beispiel in die gelbe oder die blaue Tonne zu viel Müll wandert, der nicht hinein gehört, dann lassen die Müllwerke die Tonne beim Abholen stehen. Die BSR kommt dann und entsorgt diese als graue Tonne zu den gleichen Kosten. Dass am Ende sowieso alles zusammengekippt wird ist ein Ammenmärchen. Ich weiß nicht, wo das immer her kommt.“

Tatsächlich geht nämlich der Restmüll aus der schwarzen Tonne in die Müllverbrennung, den Biomüll benutzt die BSR bei einem Biogasprojekt bei dem daraus Kraftstoff hergestellt wird und Glas-, Papier- und Kunststoffabfälle werden auch entsprechend recycelt. Man kann sagen, dass aus diesen Tonnen circa ein Volumen von 85% recycelt wird. Bei Michael Pietzkas Mülltrennungsspiel bekommen die Picknick-Gäste von ihm verschiedenste Abfallgegenstände gereicht und sollen diese in den jeweils Richtigen der fünf Abfallbehälter sortieren. Für alle, die diese Aufgabe korrekt bewältigen gibt es sogar einen kleinen Preis. Als es   einem 10-Jährigen gelingt, alle Gegenstände fehlerfrei einzuwerfen, ist die Freude natürlich groß.

Anschließend können sich  Kinder und Erwachsene beim SprengelMobil von Bwgt e.V zum Beispiel Volleybälle oder Fußbälle ausleihen. So entsteht auch ein spontanes Fußballmatch, bei dem vor lauter Euphorie eine Kaffeetasse von der Picknickdecke geschossen wird. Doch daran lässt sich hier niemand stören, bei einem Picknick auf Gras kann schließlich nichts zu Bruch gehen und der gute Bio-Kaffee schadet noch nicht mal dem Grundwasser. Nach dem Spiel fallen dann auch die Fussballwütigen erschöpft auf die Picknickdecken. Da kommt es sehr gelegen, dass sie sich hier zum Beispiel mit einem Stück von dem von Ulrike Riebel gebackenem Schokokuchen oder mit einem der leckeren Äpfel von einer Streuobstwiese aus der Umgebung stärken können. Die Leckereien des Buffets sind alle selbst gemacht und sogar kostenlos.

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Text: Anna Lindner/Volker Kuntzsch Fotos: Volker Kuntzsch
 
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